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Türkei stellt Hanau-Gedenktafeln auf und warnt vor zunehmendem Rassismus

Das „Präsidium für Auslandstürken“ (YTB) erinnerte mit Gedenktafeln in Istanbul und Ankara an den Anschlag von Hanau.

An den Jahrestag des rassistischen Anschlags in Hanau wurde auch in der Türkei gedacht. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu warnte in einer Videobotschaft vor zunehmenden Rassismus. Außerdem wurden Gedenktafeln aufgestellt.

Am ersten Jahrestag nach dem rassistischen Anschlag mit neun Todesopfern in Hanau hat der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu vor zunehmendem Rassismus in Europa gewarnt. „Europa darf nicht zu einer Geisel populistisch-rassistischer und migrantenfeindlicher Rhetorik werden“, sagte Çavuşoğlu in einer Videobotschaft am Freitag. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamfeindlichkeit nähmen in Europa weiter zu. Politikern käme dabei eine große Verantwortung zu, sie hätten das „Gegengift“ in der Hand.

Bei dem Anschlag am 19. Februar 2020 waren neun Menschen aus rassistischen Motiven getötet worden. Zuvor hatte der Täter Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

Çavuşoğlu fordert schnelle Aufarbeitung des Anschlags

Çavuşoğlu forderte eine rasche Aufarbeitung des Anschlags und kritisierte auch das Verfahren zur rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) in Deutschland. „Dass, wie beim NSU-Prozess, Akten geschlossen werden und milde Strafen verhängt werden, ist inakzeptabel“. Der NSU hatte zwischen 2000 und 2007 in Deutschland insgesamt zehn Menschen ermordet. Mehr als fünf Jahre lang hatte das Oberlandesgericht (OLG) in München gegen Beate Zschäpe und drei Mitangeklagte verhandelt.

Das „Präsidium für Auslandstürken“ (YTB) erinnerte derweil mit Gedenktafeln in Istanbul und Ankara an den Anschlag.

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