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Das türkisch-deutsche Filmfest in Nürnberg kämpft schon seit langem um seine Finanzierung. Nun fallen hohe Zuschüsse aus der Türkei weg – die Zukunft des Festivals scheint damit ungewisser denn je.

Erstmals in der mehr als 20-jährigen Geschichte des Filmfestivals Türkei Deutschland in Nürnberg hat die Türkei ihre Zuschüsse für die Veranstaltung gestrichen. Dadurch sei im vergangenen Jahr ein Defizit von mehr als 50 000 Euro entstanden, sagte Festival-Direktor Adil Kaya am Freitag in Nürnberg. Auch für das diesjährige Festival habe Ankara eine Förderung «ohne Begründung» abgelehnt.

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Seit dem Start 1992 habe die Türkei das Festival jedes Jahr mit einem Betrag zwischen 50 000 und 60 000 Euro unterstützt. Insgesamt koste das Filmfest mehr als 360 000 Euro.

Nur mit viel Mühe und dank der Unterstützung von Außenminister Sigmar Gabriel sowie vom Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (beide SPD) habe das Festival nicht «gleich Konkurs anmelden» müssen, sondern habe andere Förderer wie das Auswärtige Amt, das Goethe-Institut und den FilmFernsehFonds Bayern gewonnen.

Das türkische Kulturministerium könne das Filmfest «nicht schätzen», sagte Kaya. «Die Denkweise ist zu national.» Vor allem in Krisenzeiten seien solche Veranstaltungen wichtig, um den kulturellen Dialog aufrecht zu erhalten, betonte Kaya. «Zumindest auf deutscher Seite wird das so gesehen.»

Für manche Filmemacher werde es in der Türkei immer schwieriger, sich zu äußern. Viele seien verängstigt. «Deswegen kommen die hierher. Sie brauchen diese Festivals, um atmen zu können», sagte Kaya.

Der Regisseur und Oscarpreisträger Volker Schlöndorff (78) sowie Schauspieler Halil Ergün werden bei der Eröffnung des 23. Filmfestivals mit Ehrenpreisen ausgezeichnet. Bis zum 18. März sind 43 Filme aus der Türkei und Deutschland im Programm des Filmfestivals zu sehen – darunter zwei Weltpremieren. Etwa 70 Künstler und bis zu 10 000 Besucher werden erwartet.

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dpa

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