Während in Deutschland aktuell die Bahn mit Streiks auf sich aufmerksam macht, ist es in der Türkei die Automobilbranche.

In der türkischen Automobilbranche weitet sich der Streik unter den Angestellten aus. Nachdem bereits vergangene Woche bei Renault Oyak die Bänder still gestanden hatten, haben nun die Mitarbeiter von Tofaş nachgezogen und ihre Arbeit niedergelegt. Die Belegschaften der Unternehmen haben sich vor dem Firmengelände versammelt. Neuesten Meldungen zufolge sind auch einige Zulieferer in den Streik getreten. Unterstützung bekommen die Arbeiter von ihren Angehörigen und Gewerkschaften.

In den gestrigen Morgenstunden hatte sich der Geschäftsführer von Tofaş, Cengiz Eroldu, mit seinen Angestellten getroffen und sie gebeten, ab Dienstag ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Die letzten drei Tage sollten Vergangenheit sein, sagte Eroldu. Eine Einigung mit den Mitarbeitern kam aber nicht zustande. Die Belegschaft kündigte an, ihren Ausstand auch am folgenden Tag fortzusetzen. „Der Geschäftsführer ist zu uns gekommen. Wir haben ihm unsere Forderungen und er uns seine Erwartungen genannt“, sagte İbrahim Gürkan, einer der Mitarbeiter, der Zeitung „Zaman“. Sie seien enttäuscht von dem Gespräch.

Die Streikenden bei Renault Oyak, Tofaş sowie den Zulieferern MAKO und Coşkunöz sind entschlossen, ihren Ausstand fortzusetzen. Sie wollen bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld. Vor den Toren von Tofaş riefen die Arbeiter immer wieder „Ölmek var, dönmek yok“ – „Es gibt den Tod, aber kein Zurück“. Sollte es zu keiner Lösung zwischen den Geschäftsführungen und den Arbeitern geben, droht der Streik sich auch auf andere Teile der Türkei auszuweiten.