Türkische Streitkräfte übernehmen die VJTF-Führung in der Nato. Foto: TSK

Die Türkei hat mit dem Jahreswechsel die Führung der superschnellen Eingreiftruppe der Nato übernommen.

Das Land stelle für die Aufgabe eine Infanteriebrigade mit 4200 Soldaten, wie das Verteidigungsbündnis mitteilte. Sie sei unter anderem mit den neuesten türkischen Modellen bewaffneter Fahrzeuge, Panzerabwehrraketen und Haubitzen ausgestattet.

Insgesamt wird die schnelle Eingreiftruppe 2021 aus 6400 Soldaten bestehen. Weitere Soldaten für die Einheit hätten unter anderem die USA, Großbritannien, Polen und Italien zugesagt, hieß es.

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Die offiziell VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) genannte Speerspitze der Nato wurde im Zuge der Ukraine-Krise aufgestellt und ist seitdem vor allem ein Element der Abschreckungsstrategie gegen Russland. Ihre Besonderheit ist der hohe Bereitschaftsgrad. So müssen die Vorauskräfte innerhalb von höchstens 72 Stunden verlegbar sein. Für die Soldaten bedeutet das zum Beispiel, dass sie sich innerhalb ihrer Bereitschaftszeiten nicht weit vom Dienstort entfernen dürfen.

Streitigkeiten zum Trotz

Die Übernahme der VJTF-Führung durch die Türkei gilt innerhalb der Nato auch als Zeichen dafür, dass die militärische Zusammenarbeit trotz der aktuellen Streitigkeiten zwischen einzelnen Bündnispartnern reibungslos funktioniert. So hatten zum Beispiel jüngst die USA Sanktionen gegen die Türkei verhängt, weil diese von Russland das Flugabwehrsystem S-400 gekauft hat. Die EU-Staaten verhängten zudem Strafmaßnahmen wegen türkischer Erdgaserkundungen im östlichen Mittelmeer.

dpa/dtj