Eine Woche nach den Anschlägen auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul mit Dutzenden Toten ist gegen weitere 17 Verdächtige Haftbefehl erlassen worden. Besonders brisant: Elf von ihnen seien russische Staatsbürger, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Dienstag. Ihnen werde Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. Damit steigt die Zahl der Verhafteten auf 30. Bereits am Sonntag waren Haftbefehle gegen Verdächtige aus dem Umfeld der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erlassen worden.

Die türkische Führung macht den IS für den Anschlag vom Dienstag mit 47 Todesopfern verantwortlich. Dieser bekannte sich jedoch nicht zu der Tat. Drahtzieher des Anschlags soll der 35-jährige Tschetschene Achmed Tschatajew sein, Medienberichten zufolge ein ehemals hochrangiger Mitarbeiter des im März getöteten IS-„Kriegsministers“. Er soll 2003 in Österreich Asyl erhalten haben und seitdem drei mal verhaftet worden sein.

Drei Selbstmordattentäter hatten sich am internationalen Terminal des Atatürk-Flughafens in Istanbul in die Luft gesprengt. Fast 240 Menschen wurden verletzt, darunter eine Deutsche. (dpa/ dtj)