“Türkei wird zurückschlagen” – Çavuşoğlu relativiert Aussage zu Deutschland

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat eine Aussage zu den Beziehungen zu relativiert. Cavusoglu wurde von der ARD in Antalya auf folgende Aussage aus einem dpa-Interview angesprochen: «Wenn die bedroht, wird die Türkei zurückschlagen.» Auf die Frage, wie er das konkret gemeint habe, sagte er nach dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-Bericht, das sei nicht im Sinne einer «Bestrafung» Deutschlands gemeint gewesen.

Cavusoglu sagte der ARD zufolge: «Eine Aussage wie “wenn ihr Deniz Yücel nicht freilasst, dann beenden wir die Wirtschaftsbeziehungen” – das ist eine Drohung. Also haben wir gesagt, dass wir so etwas nicht akzeptieren und wir antworten darauf, wir reagieren darauf und wir werden das nicht akzeptieren. Das heißt nicht, dass ich gegen Deutschland zurückschlage oder Deutschland bestrafe. Ich denke, das wurde falsch übersetzt oder interpretiert.»

Das an Neujahr veröffentlichte dpa-Interview mit dem entsprechenden Zitat des Ministers war von dessen Medienberater vor Aussendung autorisiert worden. Das war auf Englisch geschehen, der Sprache, in der das Interview geführt worden war. In dem Teil des Gesprächs war es darum gegangen, dass die Türkei positives wie negatives Verhalten Deutschlands widerspiegeln werde. Konkret hatte Cavusoglu gesagt: «If Germany, I mean, threatens Turkey, there will be a fire back.»

Der Satz wurde von dpa vor der Übersetzung ins Deutsche wie folgt angepasst und geglättet: «If Germany threatens Turkey, Turkey will be firing back.» Dieses Zitat wurde von dem Medienberater anschließend gemeinsam mit dem Rest des Interviews ohne jede Beanstandung zur Veröffentlichung freigegeben. dpa hatte ausdrücklich um Autorisierung des Interviews gebeten, um Vorwürfen vorzubeugen, Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen oder falsch interpretiert worden.

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