Die türkische Zentralbank TCMB (Türkiye Cumhuriyeti Merkez Bankası) hat bei ihrer Entscheidung in dieser Woche den Leitzins unverändert bei 7, 5 Prozent belassen. Als Grund sehen die Währungshüter unbestimmte Entwicklungen an den internationalen Märkten sowie die hohen Lebensmittelpreise in der Türkei. „Die Indikatoren zeigen, dass im ersten Quartal keine wirtschaftliche Erholung zu erwarten ist“, ließen die Experten bei ihrer gestrigen Konferenz mit Bankern mitteilen. Zudem macht der Zentralbank auch die zuletzt gestiegenen Arbeitslosenzahlen Sorgen.

Problematisch sehen die Experten auch, dass die Aufträge bei der türkischen Exportwirtschaft abgeflaut sind. Bei der Präsentation haben die Währungshüter auch auf den Rückgang der ausländischen Investitionen aufmerksam gemacht. Zuletzt hatten etwa die Großbanken Citigroup, HSBC und RBS ihren Rückzug aus dem Land angekündigt.

Leitzins soll sich an Inflationsentwicklung orientieren

Positiv sehen die Experten dagegen den niedrigen Ölpreis, den es auf diesem Niveau seit Jahren nicht gab. Zwar gibt es einen Rückgang der Nachfrage bei den Exportunternehmen, dagegen eine gestiegene Nachfrage im inländischen Markt. Deswegen habe die Zentralbank den Leitzins unverändert belassen. „In Zukunft werde die Zinsentscheidung sich an der positiven Inflationsentwicklung orientieren. Die Inflationserwartungen, die Preisentwicklung und andere Indikatoren, die die Inflation beeinflussen, sollen in Zukunft durch die türkische Notenbank noch näher beobachtet werden.

Starker Dollar belastet Unternehmen und Verbraucher

Derzeit hat die türkischen Wirtschaft auch mit dem Wertverlust der eigenen Währung (TL) gegenüber dem Dollar zu kämpfen. Das Land kauft sein Öl und Erdgas größtenteils aus dem Ausland ein und muss dafür mit Dollar bezahlen. Zwar sind die Energiepreise angesichts gesunkener Ölpreise relativ niedrig – bei einem ausgeglichen Wechselkurs würden die Türken aber sicherlich weniger dafür zahlen müssen. Ähnlich sieht es auch bei vielen Rohstoffen aus, die das Land aus dem Ausland importieren muss. Diese treiben die Preise für die fertigen Produkte in die Höhe.