Beziehungen zwischen Türken und Deutschen sind mittlerweile selten ein Streitpunkt in Familien und sie funktionieren gut. Eine Ehe ist allerdings etwas anderes, sie müssen organisierter sein, damit sie klappt. Es kommen viele neue Themen und damit Streitpunkte dazu: Zusammenwohnen, Kindererziehung, Haushaltsführung. Leider ist es oft so, dass Liebe nicht ausreicht, um eine funktionierende Ehe aufrecht zu halten.

Vorab besprechen: Als deutsch-türkisches Paar sollte man vorab viel über die Ehe und die damit verbundenen Hürden sprechen. Denkt nicht nur an die großen Fragen, sondern denkt auch an kleine Dinge im Alltag, denn gerade diese können nervenaufreibend sein, da man jeden Tag damit konfrontiert wird. Entscheidungen, bei denen man sich vorher nicht einig wird, sollten nicht aufgeschoben werden.

Kompromisse: Beide sollten verstehen, dass sie Kompromisse machen müssen. Natürlich ist es schön, wenn beide mit dem Ergebnis zufrieden sind, dennoch sollte immer abgewogen werden, ob der andere sich auch mit dem anderen Weg wohl fühlen würde. Wichtig dabei ist, dass man sich selbst oder dass sich der Partner nicht selbst verrät und seine Prinzipien damit über den Haufen wirft.

Religionsfrage: Wird Weihnachten gefeiert? Welche religiösen Symbole befinden sich im Haus? Wann wird gebetet und gefastet? Das ist nur eine Auswahl der offenen Fragen. Wichtig ist natürlich vor allem, wie die Kinder erzogen werden. Oft ist es schwierig, zwei Religionen gerecht zu werden. Oft konvertiert ein Partner zur anderen Religion. Das beantwortet natürlich vorab viele Fragen. Da muss aber vor allem beachtet werden, dass der Islam die Position des Mannes und der Frau anders bewertet.

Familien: Das Familienverständnis ist in beiden Kulturen anders. Daher sollte man sich viel Zeit nehmen, um die andere Seite kennenzulernen. Auch sollten die Familien in wichtige Entscheidungen einbezogen werden – auch wenn es schwierig sein mag, erleichtert es am Ende einiges.

Kleidung und Verhalten: Deutsche kleiden sich oft freizügiger als Türken, pflegen auch enge Freundschaften zum anderen Geschlecht und sind gerne abends unterwegs. Das führt häufig zu Streitereien und sollte nicht unterschätzt werden. Da sind oft Ansichten, die man nicht mehr ändern möchte, daher sollten Kompromisse gefunden werden. Zum Beispiel kann man sich in der türkischen Familie bedeckter halten, während die Freundschaften zum anderen Geschlecht akzeptiert werden.

Temperament: Vor allem türkische Männer seien temperamentvoll und streiten emotionaler als die eher rationalen Deutsche. Für jedes Paar ist es sinnvoll zu lernen, wie man richtig und gewinnbringend streitet. Beide sollten fähig sein, den anderen auf Probleme anzusprechen und Konflikte zu diskutieren, ohne sie gleich eskalieren zu lassen.

Rollenverteilung: Obwohl auch viele türkische Frauen noch in der Ehe berufstätig sind, ist es typisch, dass die Frau die Kinder hütet und der Ehemann der Versorger der Familie ist. Solche Rollenverteilungen sollten schon vorher besprochen werden: Sind sie dem Paar wichtig, sollten sie sich einig werden – am besten bevor das erste Kind erwartet wird.

Ernsthaftigkeit: Es ist wichtig, dass die anderen Ansichten oder Bedenken nicht lächerlich gemacht werden. Eine deutsche Frau sollte ihren Mann nicht als verzogen oder eifersüchtig hinstellen, denn diese Eigenschaften sind stark von der Erziehung abhängig. Toleranz ist wichtig, egal welche Kultur mehr ausgelebt wird.

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