Die Beziehungen zwischen der Türkei und Ägypten sind seit dem Sturz von Präsident Mursi angespannt. Das hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die ägyptische Regierung hat angekündigt, die Transitvereinbarungen für türkische LKW und Schiffe nicht mehr zu verlängern.

Kairo wirft Ankara feindliche Haltung gegen Ägypten vor

Als Grund nannte der ägyptische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Ahmed Amin, die feindliche Haltung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der Regierung in Ankara. Der sog. Ro-Ro-Vertrag wird nach April 2015 nicht mehr gültig sein. Der Staatssekretär gab bekannt, dass diese Entscheidung von der ägyptischen Regierung lange durchdacht worden sei und der Türkei Schaden zufügen werde. Bislang hatte Ägypten der Türkei die günstigsten Transitgebühren im Nahen Osten angeboten.

Die Türkei hatte den Vertrag mit der Regierung des damaligen Präsidenten Muhammad Mursi im April 2012 geschlossen, nach dem sich die Sicherheitslage im Irak und vor allem in Syrien drastisch verschlechtert hatte. Nach dem Sturz des Staatsoberhaupts durch das Militär hatten sich die Beziehungen zwischen Ankara und Kairo immer mehr verschlechtert. Im November 2013 kam es zu einem diplomatischen Tiefpunkt, nach dem beide Staaten die Botschafter der anderen Seite als unerwünschte Person deklariert hatten.

Verhinderten Ägypten und Saudi-Arabien Wahl in den UN-Sicherheitsrat?

Der tiefe Graben zwischen beiden Staaten war offenbar auch der Grund, weshalb Spanien statt der Türkei in den UN-Sicherheitsrat gewählt wurde. Ägypten und Saudi-Arabien sollen dafür gesorgt haben, dass muslimische Länder ihre Stimmen bei der Abstimmung nicht für die Türkei gaben.

Die Entscheidung aus Kairo wird vor allem die türkische Wirtschaft treffen, die in diese Region exportiert. Als möglicherweise einziger Ausweg bleibt der Türkei eine entsprechende Vereinbarung mit Israel.