Türkische Firmen fördern afghanische Bodenschätze

Der türkische Energieminister Taner Yıldız sagte am Wochenende während seines Afghanistanbesuchs, die Türkei wolle in afghanische Minen, in Ölförderungsprojekte und andere Rohstoffe investieren. Die Treffen des türkischen Ministers mit dem afghanischen Präsidenten Karzai und weiteren Regierungsbeamten haben „fruchtbare“ Schritte hin zu türkischen Engagements in Bergbau- und Ölförderungsprojekten in Aussicht gestellt, so Yıldız. „Die Türkei baut ihre Präsenz in Afghanistan aus. Diese Präsenz wird positive Auswirkungen auf die (wirtschaftliche) Entwicklung der Türkei haben“, wurde der Energieminister von der Anatolia-Nachrichtenagentur zitiert.

„Wir haben mit acht verschiedenen Ministerien über den Bergbausektor gesprochen… Es ist entscheidend, dass wir als (türkische) staatliche und private Firmen in Afghanistan im Bereich der Rohstoffförderung mit Blick auf die reichen unterirdischen Vorkommen zusammenarbeiten“, forderte Yıldız.

Ankara hat bereits bedeutende wirtschaftliche Investitionen in dem krisengeschüttelten, aber extrem rohstoffreichen Land am Hindukusch getätigt. So sicherte sich etwa der staatliche Ölkonzern „Turkish Petroleum Corporation“ (TPAO) im November 2012 für 50 Millionen US-Dollar Rechte in der Region des tadschikischen Beckens zwischen den Städten Masar-i-Scharif und Kunduz. Yıldız sagte bezüglich des Deals, dass TPAO der afghanischen Regierung ein 60 Millionen Dollar schweres Angebot vorgelegt hat, um Bohrungen an vier verschiedene Ölquellen vornehmen zu können.

Afghanistan sucht Investoren und wendet sich zunehmend an islamisch geprägte Staaten

Präsident Karzai sagte Reportern am Samstag, dass die afghanische Regierung dieses Angebot und andere Investitionsvorschläge der Türkei prüfe und als realistische Möglichkeit betrachte, die afghanische Wirtschaft zu stärken. Die afghanische Wirtschaft hat momentan neben der immer noch schlechten Sicherheitslage im Land vor allem mit der Schrumpfung von Hilfsgeldern der Internationalen Gemeinschaft zu kämpfen, die jahrelang in das Land geflossen waren und viele Wirtschafts- und Gesellschaftsprojekte zu finanzieren halfen. Afghanistan beschäftigt sich im Hinblick auf den Abzug der NATO-Truppen Ende 2014 auch mit der Frage, ob Karzai politisch und militärisch stark genug ist, um das gesamte Land überhaupt regieren zu können.

Die afghanische Regierung wendet sich bei der Suche nach Investoren immer stärker islamisch geprägten Ländern zu. So kündigte eine eigens für die Gewinnung von Investoren zuständige Agentur, die „Afghanistan Investment Support Agency“ (AISA), im Februar an, sie werde Reisen in die Türkei, nach Pakistan und in die arabischen Golfstaaten unternehmen, um dort für Investitionen dieser Länder in Afghanistan zu werben.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Wafiullah Iftikhar, sagte damals verschiedenen Medien, dass Afghanistan den Investoren freies Land, Preissenkungen für die nötige Stromversorgung und 10 Jahre Steuerbefreiungen zusichern könnte.

Die Türkei hat strategisches Interesse an engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den zentralasiatischen Staaten. So baute Ankara seinen Einfluss in der gesamten Region jüngst durch die Gründung eines Militärbündnisses mit einigen zentralasiatischen Staaten namens TAKM aus.