Der Bauherr der DİTİB-Zentralmoschee Köln sucht Mieter für die 18 Läden im angeschlossenen Einkaufszentrum.


Wenn es um eine (türkische) Moschee in Deutschland geht, stellt sich in der öffentlichen Diskussion immer wieder die Frage, inwiefern diese eine Verbindung zum türkischen Staat hat. Dabei steht besonders die Finanzierung der Moschee und des Personals im Fokus.

Zuletzt haben sich „Türkische Moscheen im Ausland“ aber auch in der Türkei zu einem großen Gesprächsthema entwickelt. Auslöser war ein Video des türkischen Botschafters in Kirgisistan. Darauf ist der türkische Botschafter Cengiz Kamil Fırat auf einem Moscheehof in Kirgisistan bei einem Wutausbruch zu sehen. Er beklagt sich, dass auch Anhänger der Hizmet-Bewegung zu einem gemeinsamen Fastenbrechen eingeladen worden waren.

Moschee für 35 Millionen Euro in Kirgisistan?

Dabei fragt Fırat, wie man ihn auf eine Veranstaltung einladen könne, auf der auch Mitglieder der Hizmet-Bewegung zugegen seien. Fırat sagt weiter: „Wir lassen hier eine Moschee für 35 Millionen Euro errichten und ihr setzt uns mit Terroristen an einen Tisch.“

Diese Worte irritierten anscheinend viele Türken. „Warum bauen wir überhaupt eine Moschee in Kirgisistan?“ fragen einige User auf Twitter und Facebook.

Halbe Milliarde Dollar ausgegeben

Eine berechtigte Frage. Eşref Yalınkılıçlı meint die Gründe zu kennen. Yalınkılıçlı ist Analyst für Eurasien und glaubt, dass die Türkei nach 2009 nicht nur durch ihre militärische Kraft als zweitgrößte Armee innerhalb der NATO erwähnt bleiben wolle, sondern mit dem wirtschaftlichen Wohlstand eine Art „softe Stärke“ demonstrieren wolle.

Das scheint in der Tat ein wichtiges Ziel der Türkei zu sein. Denn nach Zahlen der Stiftung der türkischen Religionsbehörde Diyanet belaufen sich die Kosten für den Bau von Moscheen im Ausland auf insgesamt etwa eine halbe Milliarden Dollar.  

Die Moschee in Bischkek, um die es in den Worten des Botschafters geht, hat beispielsweise 35 Millionen Euro gekostet und bietet Platz für 20.000 Menschen. Sie wurde im Spätsommer 2018 unter Teilnahme des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan eingeweiht. Dabei sagte Erdoğan in seiner Rede, dass die Moschee dabei helfen werde, die lange Freundschaft zwischen beiden Völkern wieder aufblühen zu lassen. 

Yalınkılıçlı glaubt, dass die Türkei durch diese Moscheen auch ihre Ambitionen unterstreichen wolle, Anführer der islamischen Welt zu sein.

103 türkische Moscheen im Ausland  

Insgesamt seien mit den Geldern der Diyanet-Stiftung 103 Moscheen im Ausland errichtet worden. Die teuerste davon steht in Russland. Für den Bau der Moschee in Moskau wurden 170 Millionen Dollar ausgegeben. Für die Moschee in den USA wurden 100 Millionen Dollar ausgegeben. Auch am Bau der Zentralmoschee in Köln hat sich die Stiftung mit 45 Millionen Dollar beteiligt.  

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Quelle: BBC Türkisch