Der bekannte türkische Stand-Up-Comedian Cem Yılmaz soll für zwei Jahre ins Gefängnis. Der Grund: Beleidigung. Dabei geht es dieses Mal jedoch nicht um Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, der für für seine Klagen wegen Beleidigung seiner Person bekannt ist, sondern um den Gouverneur von Yalova.

Die Posse um die mutmaßliche Beleidigung ereignete sich im April vergangenen Jahres. Selim Cebiroğlu, der Gouverneur von Yalova, hatte bei einem Besuch in einer Schule etwas an der Kleidung des Lehrers Serkan Öz auszusetzen und kritisierte ihn dafür. Dabei soll der Gouverneur den Lehrer, der bereits ausgezeichnet worden war, scharf angegangen und aus der Klasse geworfen haben.

Gegen diesen Vorfall fand eine Woche später ein Protestlauf in Yalova statt. Ausgerechnet bei diesem Lauf erlitt der Lehrer einen Schlaganfall und ist gestorben. Daraufhin hatte der bekannte Comedian Cem Yılmaz über Twitter den Gouverneur kritisiert. Er schrieb unter anderem: „Mit seiner Position jemanden erdrücken, sein Herz tödlich verletzen. Es ist schade um den armen Lehrer. Wir wünschen Dir eine noch höhere Position, Herr Gouverneur.“

Daraufhin wurde gegen Cem Yılmaz Anklage wegen Beleidigung des Gouverneurs erhoben. Yılmaz bestreitet dagegen, den Gouverneur beleidigt zu haben. Er sagte türkischen Medien zufolge, dass er von dem Vorfall über die Medien erfahren habe und fuhr fort: „Es ist normal, dass ich nicht nur als Künstler, sondern auch als ein einfacher Bürger dieses Landes betroffen bin. Aufgrund meiner Trauer über diesen Vorfall, der öffentlich wurde, habe ich meine persönlichen Gedanken ausgedrückt. Es war nicht meine Absicht, zu beleidigen. Ich habe von meinem Recht auf Kritik Gebrauch gemacht.“