Der türkische Rock hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verändert. Er ist nicht mehr ein Symbol der Andersdenkenden, die sich auch äußerlich mit ihrer Kleidung von den anderen absetzen, sondern vielmehr eine Musikrichtung, die auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Äußerlicher Wandel

In den Anfangszeiten, als es noch einen Barış Manço, einen Cem Karaca gab oder den noch aktiven Erkin Koray, war der türkische Rock anders als heute. Man erkannte alleine an ihrer äußerlichen Erscheinung, welcher Musikrichtung die Sänger angehörten. Ein Markenzeichen der Rockmusiksänger waren die langen Haare. Nicht nur die hatten es in sich, man trug zudem auch noch einen Bart wie Cem Karaca und Barış Manço, wobei Manço mit seinen Haaren und dem Bart an Frank Zappa erinnerte.

Ein weiteres Symbol war auch der Hut wie ihn Karaca trug. Auffallend als Markenzeichen waren auch die Ringe von Barış Manço, die nicht mehr von seinen Fingern wegzudenken waren. All das waren individuelle Markenzeichen der früheren Rockmusiker in der Türkei. Aber dies hat sich inzwischen gewandelt. Die jetzigen Vertreter der Rockmusik in der Türkei haben nicht mehr lange Haare oder tragen einen Bart, sie sind meist mit einem Jackett oder einem Anzug gekleidet. Man hat sich eben mit der Zeit den veränderten Umständen angepasst. Die Rockmusik als solches ist in der Mitte der Gesellschaft als Musikrichtung angekommen.

Der Durchbruch des Jacketts in der Rockmusik

Mit der vermehrten Akzeptanz der Rockmusik in der Gesellschaft Mitte und Ende der 90er Jahre kam auch der Durchbruch des Jacketts in der Rockmusik. Man hat den Umhang niedergelegt und das Jackett überzogen.

Einer der jetzigen bekannten Rockmusiker der Türkei, Teoman, trägt auf dem Cover seines letzten Albums noch ein T-Shirt und eine Lederjacke, tritt aber mehr und mehr mit einem Anzug auf Veranstaltungen auf. Fans hätten ihm gegenüber bekundet, dass der Anzug geeigneter sei und er darin besser aussehe.

Auch andere Vertreter der Rockmusik in der Türkei haben sich mit der Zeit gewandelt. Haluk Levent ist ein bekanntes Beispiel hierfür. Er trug anfangs zu seinem T-Shirt nur ein Jackett, aber mit der Zeit vervollständigte er diese mit einer Weste und einer Krawatte.  Weitere Beispiele für den Wandel sind Nev, Koray Candemir, Redd oder die Gruppe Gripin und Mor ve Ötesi, alle tragen inzwischen bei ihren Auftritten einen Anzug, der meist mit einer Krawatte oder einem Foulard geschmückt ist. Andere hingegen tragen zwar keinen Anzug oder ein Jackett mehr, zumindest aber ein Hemd und haben sich dem Wandel ein wenig angepasst.