epa05406004 The Panama-registered 'Lady Leyla' frighter arrives in the southern Israeli port of Ashdod, Israel, 03 July 2016. The 'Lady Leyla' arrived from the Turkish harbor of Mersin and is reportedly carrying humanitarian aid supplies for Palestinians in the Gaza Strip, where they shall be distributed by Turkish Red Crescent organization. The ship's arrival follows the normalization deal between Israeli and Turkey ending six years of tension in their relations after an Israeli raid and the killing of ten Turkish nationals on an aid flotilla to the Gaza Strip in 2010. EPA/DANIEL BAR ON ISRAEL OUT +++(c) dpa - Bildfunk+++

Nach dem Versöhnungsabkommen zwischen Israel und der Türkei ist eine erste Hilfslieferung für die Palästinenser im Gazastreifen angekommen. Die mit Lebensmitteln, Kleidung und Kinderspielzeug beladene „Lady Leyla“ sei am Sonntag im Hafen der israelischen Küstenstadt Aschdod eingetroffen, bestätigte ein Hafensprecher. Das Schiff transportiere 10 000 Tonnen Hilfsgüter, sagte er. Darunter befanden sich unter anderem 10 000 Nahrungsmittelpakete, 5 Tonnen Mehl, 2 Tonnen Reis und 10 000 Kinderspielzeuge. Bei Einlaufen des Schiffes waren mehrere türkische Diplomaten und der stellvertretende Sprecher des israelischen Außenministeriums vor Ort.

In dieser Woche beginnt das mehrtägige Ramadan-Fest, mit dem Muslime den heiligen Fastenmonat beenden. Das Schiff hatte am Freitag vom südtürkischen Hafen Mersin abgelegt. Bei einer feierlichen Zeremonie vor dem Ablegen sagte Vize-Ministerpräsident Veysi Kaynak, das Schiff transportiere außerdem „die Liebe unseres Volkes für seine palästinensischen Brüder und Schwestern“. Das Schiff trage „in Wahrheit unsere Herzen dorthin“.

Regierungsvertreter Israels und der Türkei hatten am Dienstag ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet, das sechs Jahre Eiszeit zwischen den ehemaligen Bündnispartnern beenden soll. Die Forderung der Türkei nach einer Aufhebung der Gaza-Blockade wurde zwar nicht erfüllt. Türkische Hilfslieferungen dürfen aber über den israelischen Hafen Aschdod in die Palästinenserenklave am Mittelmeer gebracht werden. So war es bereits vor dem Zwischenfall mit der „Mavi Marmara“ im Jahre 2010. Damals wollten Aktivisten die Seeblockade Israels durchbrechen, rechneten aber offenbar nicht mit der Reaktion der israelischen Armee. Neun Türken wurden getötet.

Während die türkische Regierung die Einigung als großen Erfolg darstellt, gibt es auch kritische Stimmen. Die islamische Stiftung IHH, die das Schiff damals gechartert hatte, sieht Israel als Gewinner des Abkommens.

Der jüdischstämmige Journalist und Schriftsteller Roni Margulies sieht ein Problem auf die AKP mit ihrer Basis zukommen. Dort sei das Thema Israel/Palästina weiterhin ein wunder Punkt. Es werde interessant zu beobachten sei, wie die Partei die Annäherung an Israel, den viele Anhänger ebenfalls als „Terrorstaat“ betrachteten, erklären werde. (dpa/dtj)