Die Familie der getöteten Studentin Tuğçe Albayrak verurteilt Drohungen in Richtung des mutmaßlichen Täters. „Solche Menschen unterscheiden sich nicht vom Täter“, sagte der Anwalt der Familie am Freitag. Er reagierte damit auf einen Bericht der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag, demzufolge es gezielte Morddrohungen gegen den 18-Jährigen gebe, der in Untersuchungshaft sitzt.

Die Familie vertraue „unserem Rechtsstaat und unseren Gerichte“, sagte der Anwalt. Die Sanktionierung von Straftaten sei nicht Sache von „irgendwelchen Personen, die sich zur Selbstjustiz berufen fühlen“. Die Familie trauere um Tuğçe und beschäftige sich nicht mit dem Täter.

Tuğçe war Mitte November vor einem Schnellrestaurant in Offenbach niedergeschlagen und so schwer verletzt worden, dass Ärzte sie etwa zehn Tage später für hirntot erklärten.

Der Fall löste in Deutschland große Bestürzung und Anteilnahme aus. Bundespräsident Joachim Gauck dachte öffentlich darüber nach, der Studentin posthum das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. (dpa/dtj)