Die Vorfälle am Silvesterabend am Kölner Hauptbahnhof sind noch nicht aufgeklärt. Die Polizei teilte noch nicht mit, wer genau hinter den Ereignissen steckt. Doch die Presse hat bereits die Schuldigen gefunden. Insbesondere Muslime müssen sich wieder einmal von dem Attentat distanzieren, obwohl man nicht weiß, ob die Täter tatsächlich muslimischen Glaubens waren. Diese seien ja schließlich ohnehin machohaft lautet meist das Credo. Eine Gruppe junger Männer mit tunesischen Wurzeln will nun damit aufräumen und zeigen, dass muslimische Männer eben nicht so sind.

Dazu haben sich der tunesische Jugendverein „Tunisian Youth e.V.“ und der „Deutsch-Tunesische Verein“ einen Flashmob überlegt. Am Donnerstag begannen Mitglieder des Vereins am Kölner Hauptbahnhof damit, weiße Rosen mit einem kleinen Zettel zu verteilen. Auf diesem steht wörtlich: „Die furchtbaren Geschehnisse während der Silvesternacht in Köln rufen Pöbler und Rassisten auf den Plan, die voreilig ihre Schlüsse ziehen und angebliche Lösungen präsentieren. Medien, die sich zu spät melden und ihren Rückschlag durch Paukenschlag-Rhetorik aufzuarbeiten versuchen. Polizisten die jeden Tag aufs Neue ihre Einschätzungen revidieren. Frauen müssen jederzeit gehört und ernst genommen werden, wenn sie angegriffen werden, und in jedem Fall müssen die Täter konsequent verfolgt werden, egal wer oder was sie sind. Die Geschehnisse zu instrumentalisieren und für rechte Spielchen zu missbrauchen, halten wir nicht für vertretbar. #NotInMyName, Deutsch-Tunesischer Verein, Tunisian Youth e.V. “

Einer der Initiatoren, „Tunisian Youth e.V.“, ist ein gemeinnütziger Jugendverein mit Sitz in Bonn. Er besteht aus deutsch-tunesischen Jugendlichen der zweiten Generation. Auf Ihrer Facebook-Präsenz heißt es: „Der Verein möchte einen Beitrag zum gegenseitigen Kennerlernen und Austauschen zwischen Deutschland und Tunesien leisten und widmet sich der Entwicklung aktiver freundschaftlicher Beziehungen durch Dialog mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern, Organisationen und Institutionen.“

Den andere Initiator, „Deutsch-Tunesischer Verein“, besteht seit 2004 und leistet Integrationsarbeit. Zudem soll er eine Dialogbrücke zwischen Tunesien und Deutschland darstellen.