Türkei: 167 mutmaßliche DHKP-C-Mitglieder bei Großrazzia festgenommen

Die türkische Anti-Terror-Polizei ist mit einer großangelegten Operation gegen ein linksextremistisches Netzwerk vorgegangen, dem Verbindungen zu den Verantwortlichen für den Anschlag auf die US-Botschaft vorgeworfen werden. Die Verdächtigen wurden in insgesamt 28 Provinzen in Gewahrsam genommen und stehen der Terrorgruppe „Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front” (Devrimci Halk Kurtuluş Partisi-Cephesi oder DHKP-C) nahe, wie türkische Medien am Dienstag berichteten.

Einheiten der türkischen Anti-Terror Polizei nahmen in der Provinz Izmir 15 Mitglieder einer Organisation fest, die als Untergruppe der DHKP-C fungiert. Weitere 50 Personen wurden in den Provinzen Bursa, Eskişehir, Kütahya, Çanakkale and Balıkesir festgenommen. Bereits im Januar führten türkische Sicherheitskräfte Razzien gegen die Terrorgruppe durch und mehr als 50 mutmaßliche DHKP-C-Mitglieder, darunter neun Anwälte, wurden inhaftiert.

Der amerikanische Botschafter in der Türkei Francis Ricciardone kündigte bereits an, dass das FBI bereit stehe, um die türkischen Behörden bei der Ermittlung gegen die DHKP-C-Mitglieder zu unterstützen.

Die DHKP-C hatte sich im Internet zu dem Anschlag bekannt, bei dem der aus Deutschland eingereiste Attentäter einen Wachmann mit sich in den Tod gerissen hatte. Der Untergrundorganisation wird auch eine Serie von Anschlägen auf türkische Polizeistationen und alevitenfeindliche Schmierereien im Rahmen der sog. „Strategie der Spannung“ in Istanbul angelastet.

Die DHKP-C steht sowohl in der Europäischen Union als auch in den USA auf der Terrorliste. Ihr Ziel ist es, das Regierungssystem der Türkei zu stürzen. Lesen Sie hier einen zweiteiligen Hintergrundbericht zur DHKP-C.