Türkei: 17.000 Sozialhilfeempfänger stehen wieder in Lohn und Brot

Der türkische Staat hat in neun Monaten 3,7 Mio. Menschen mit 2,6 Mio. türkischen Lira für Lebensmittel, Kleidung und Heizkohle geholfen. Des Weiteren wurde ein Projekt gestartet, das Menschen, die erwerbsfähig, aber arbeitslos sind, wieder in Beschäftigung bringen soll.

Bei der türkischen Arbeitsagentur waren seit Beginn der arbeitsmarktpolitischen Großoffensive Anfang Februar des Jahres 274.884 Menschen gemeldet. Davon wurden 83.328 Erwerbsfähige angeregt, sich zu bewerben. Von diesen stehen 17.169 mittlerweile wieder in Arbeit. 56.328 wurden wiederum in Berufsschulen und Kursen untergebracht, 13.000 haben ihre Weiterbildung mittlerweile abgeschlossen.

Das sozialpolitische Projekt für von Armut betroffene Menschen nach dem Prinzip „Gib nicht den Fisch, sondern lehre, wie er gefangen wird“ ist gut angekommen.

Die Kooperation der Arbeitsmarktpolitik mit der Familien- und Sozialpolitik beinhaltet die Gewährung von Lebensmittelhilfe, Kleidung und Heizkohle. Diejenigen, die von dieser Hilfe profitieren, werden an das Amt für Arbeit weitergeleitet, um dort Hilfe bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung zu bekommen.

Somit wird angestrebt und kann auch in vielen Fällen gewährleistet werden, dass Menschen, die staatliche Hilfe bekommen, auch ernsthafte Anstrengungen unternehmen, um wieder in Arbeit zu kommen und für ihren Unterhalt selbst zu sorgen.

Betrachtet man im Detail, wie die Situationen in den einzelnen Städten und Regionen aussieht, aus denen die Hilfesuchenden und Arbeitslosen stammen, ergeben sich folgende Zahlen: In konnten 1.847 Menschen in Arbeit gebracht werden, im Mega-Industriepark Kocaeli 720, in Bursa 712, in Ankara 684, in Artvin 565.

Die meisten Vermittlungen fanden im Bereich jener Tätigkeiten statt, die keine höhere Qualifikation erfordern. Daneben sind auch Sicherheitsmänner, KassiererInnen und VerkäuferInnen viel gefragt.

Klare Verbindung zwischen und Arbeitsmarktpolitik schaffen

Arbeits- und Sozialversicherungsminister Faruk Çelik sagte der „Zaman“, die wechselseitige Anbindung zwischen der sozialen Sicherheit und der Beschäftigung wären unzureichend gewesen. Menschen, die von Sozialhilfe leben, müssten unbedingt motiviert werden, zu arbeiten. Die Erwerbsfähigen wurden sowohl vermittelt als auch zur Arbeitssuche angeregt. Das Ergebnis war, dass Menschen aus der Sozialhilfebedürftigkeit heraus zu Beschäftigung kamen, so Çelik weiter.

Im Februar wurde ein Protokoll zwischen dem Ministerium für Familien- und Sozialpolitik und dem Arbeitsministerium unterschrieben. Im Rahmen des Protokolls wurde ein System eingerichtet, das dafür sorgt, dass Menschen, die sich an die Einrichtungen für Sozialhilfe wenden, automatisch an das Amt für Erwerbsfähige weitergeleitet und dort registriert werden. Dabei gilt als primäres Ziel, Erwerbsfähige, die Sozialhilfe beziehen, in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Damit wäre wieder eine Verbindung zwischen Sozialhilfebezug und dem Arbeitsmarkt geschaffen.

Sozialhilfesuchende werden in diesem Projekt zunächst an die türkische Arbeitsagentur weitergeleitet. meldet sich spätestens nach 2 Wochen bei diesen Menschen. Arbeits- und Berufsberater nehmen sich dieser an und machen einen Test, um ihre Kompetenzen festzulegen. Arbeitssuchende werden in Arbeit gebracht und je nach Bedarf werden wieder andere in berufliche Kurse weitergeleitet.

17.169 Arbeitssuchende sind mittlerweile von der Sozialhilfe losgekommen und haben ein geregeltes Einkommen. Aus der Sicht des Staates sind sie zu sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die ihre Beiträge und Steuern bezahlen, aufgestiegen.

Auch die Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen laufen auf Hochtouren. In Elazığ nehmen beispielsweise Frauen an den Kursen teil, die sie fit für eine Tätigkeit in der Bekleidungsindustrie machen. Die produzierten Kleidungen werden an Familien gespendet, die von Armut betroffen sind.