In der Türkei gehen die ausländischen Investitionen zurück. Das geht aus einem Bericht des Verbandes Internationaler Investoren YASED (Uluslararası Yatırımcılar Derneği) und der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz hervor. Demnach sollen 2013 6,8 Milliarden Dollar und 2014 3,5 Milliarden Dollar aus der Türkei abgezogen worden sein. Im vergangenen Jahr wurden durch ausländische Anleger Investitionen in Höhe von 12,1 Milliarden Dollar getätigt. Bei weltweiten Investitionen von 1,23 Billionen Dollar bekam die Türkei nur einen Prozent dessen ab. Damit aber das Land seine wirtschaftlichen Ziele erreichen kann, muss der Anteil der Auslandsinvestitionen in der Türkei bei drei Prozent liegen, so YASED-Chef Ahmet Erdem. Um die Türkei als Investitionsstandort wieder attraktiv zu machen, fordert Erdem daher Reformen im Steuerrecht und Gesetze, die die Auslandsinvestitionen regeln. 

Rund 33 Prozent des Auslandskapitals flossen dabei in Immobilien. Lediglich 22 Prozent wurden in Produktionsstätten investiert, was bei Experten für Bedenken sorgt.

Nachdem das Land 2011 noch Investitionen in Höhe von 16 Milliarden Dollar angezogen hatte, gibt es seitdem einen Rückgang. Die Entwicklung dürfte auch mit dem Druck der Regierung auf Unternehmen zusammenhängen, die zu Strafen und Steuernachzahlungen in Millionenhöhe verurteilt wurden. 

Dem Verband zufolge müsse Ankara in Zukunft verschiedene Maßnahmen ergreifen. So müsse das Land unter anderem Wert auf Forschung und Entwicklung legen. „Zudem muss die Türkei daran arbeiten, in der Logistik oder einem anderen Bereich sich zum regionalen Mittelpunkt zu entwickeln“, so Erdem. Das führe auch zu Arbeitsplätzen. Ausländische Investitionen hätten in den Jahren zwischen 2004 und 2013 für rund 1,9 Millionen Arbeitsplätze gesorgt. 

Nach Angaben der Industriekammer Istanbul ISO (İstanbul Sanayi Odası) sind unter den 500 größten Unternehmen des Landes 126 mit ausländischen Wurzeln. Diese Unternehmen sind unter anderem für 41 Prozent des Exports verantwortlich.