Elf Tage nach den Parlamentswahlen in der Türkei hat die Hohe Wahlkommission YSK mit der Veröffentlichung des amtlichen Endergebnisses den Weg für die erste Sitzung des neuen Parlaments freigemacht. Die 550 neuen Abgeordneten können nun in den kommenden Tagen vereidigt werden, dann wird ein Parlamentspräsident gewählt. Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit durch die AKP ist unklar, ob es gelingen wird, eine Koalitionsregierung zu bilden. Ansonsten kann Präsident Recep Tayyip Erdoğan Neuwahlen ausrufen.

An der Verteilung der Sitze ändert sich nach dem am Donnerstag verkündeten amtlichen Wahlergebnis gegenüber den vorläufigen Resultaten nichts: Die AKP hat demnach 258 Sitze (40,87 Prozent) gewonnen. Die CHP kommt mit 132 Sitzen (24,95 Prozent) auf den zweiten Platz. Die MHP (16,29 Prozent) und die HDP (13,12 Prozent) werden mit je 80 Abgeordneten im Parlament in Ankara vertreten sein. Die Wahlbeteiligung lag bei 83,92 Prozent.

Zuletzt signalisierten sowohl die CHP als auch die MHP Gesprächsbereitschaft gegenüber der AKP. Die HDP erklärte, dass sie eine AKP/CHP-Koalition unter bestimmten Bedingungen unterstützen würde.

Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu war den politischen Gepflogenheiten folgend zwei Tage nach der Wahl zurückgetreten. Erdoğan bat ihn darum, dass der Ministerrat seine Arbeit bis zur Bildung einer neuen Regierung fortführt. (dpa/dtj)