Türkei: Christliche Minderheit bekommt eigene Schule

Die griechisch-orthodoxe Minderheit auf Gökçeada bekommt eine eigene Schule. Das gab heute der türkische Bildungsminister Nabi Avcı (Foto) bekannt. Avcı sagte, dass 1951 schon einmal eine griechisch-orthodoxe Schule auf der kleinen Ägaisinsel Gökçeada (griechisch Imbros) eröffnet, 1964 jedoch wieder geschlossen wurde.

Die neue Schule, die „Private Griechisch-Orthodoxe Grundschule Gökçeada“ will das gleiche Gebäude von damals nutzen. Das Bildungsministerium habe der Anfrage zugestimmt. Mit den Restaurierungsarbeiten soll in Kürze begonnen werden.

Unterricht an vier griechisch-orthodoxen Schulen auf eigene Bitte hin eingestellt

Seit 2011 wurden in Istanbul drei Grundschulen und ein Gymnasium der griechisch-orthodoxen Minderheit vom Bildungsministerium geschlossen, allerdings jeweils auf eigenen Wunsch der Gründer hin, berichtet die Nachrichtenagentur Anatolia Agency.

In der Erklärung Avcıs hieß es, dass sein Ministerium besonderen Wert darauf lege, dass der Wunsch nach Eröffnung oder Schließung einer Minderheitenschule von den Vertretern der Minderheiten selbst kommt.

Auch das seit 1972 geschlossene Priesterseminar auf Heybeliada könnte demnächst wieder eröffnet werden. Dies würde als wichtiges Zeichen des Entgegenkommens der Türkei gegenüber den Minderheiten im Land, besonders den christlichen, gewertet werden.