Der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu hat dem Sänger Mahsun Kırmızıgül geantwortet. Der in Diyarbakır zur Welt gekommene Sänger hatte vergangene Woche über Twitter seine Meinung zu den Ereignissen in Sur mitgeteilt und dem Premier Erbarmungslosigkeit und Grausamkeit vorgeworfen.

Davutoğlu ließ diesen Angriff nicht im Raum stehen. Auf dem Weg in die saudische Hauptstadt Riad kritisierte er Kırmızıgül. „Unsere Barmherzigkeit ist in aller Welt bekannt, nicht unsere Grausamkeit. Wir haben niemanden unterdrückt. Aber wir haben uns jenen in den Weg gestellt, die andere unterdrückt haben. Das haben wir in Palästina gemacht, in Syrien und in anderen Orten dieser Welt“, so der seit August 2014 amtierende Ministerpräsident.

Die Quelle der aktuellen Unterdrückung und Grausamkeit im Südosten der Türkei sei die PKK. „Wer das nicht sieht und den Staat und meine Person beschuldigt, sollte sich mal unsere Vergangenheit und die von jenen in Kandil (Synonym für die PKK, Anm. d. Red.) ansehen. Dann sollen sie entscheiden, wer grausam ist und wer barmherzig. An unseren Händen war niemals Blut. Wir waren stets diejenigen, die die Tränen der Leidenden weggewischt haben.“

Wie bereits im Fall der Erklärung der Akademiker wurde Kırmızıgül vorgeworfen, mit keinem Wort auf die Gräuel der Terrororganisation PKK hingewiesen zu haben. Die türkische Armee gibt vor, nur die PKK zu bekämpfen. Dabei kommen seit Monaten allerdings auch Zivilisten ums Leben. Die Regierung betonte mehrmals, nicht für ihren Tod verantwortlich zu sein.