Die Zahl der Touristen in Antalya war in der ersten Jahreshälfte stark rückläufig. Nach den Informationen des „Akdeniz Touristik Hotel- und Betreiberverbands“ (AKTOB) ist die Zahl der Touristen, die in der ersten Hälfte des Jahres nach Antalya kamen, in diesem Jahr auf 4,088 Millionen zurückgegangen. Im Jahr zuvor betrug diese Zahl noch 4,514 Millionen. Das ist ein Rückgang von 9,4%.

Der Rückgang lässt sich vor allem damit erklären, dass besonders russische Touristen immer weniger in die Türkei kommen. Bei ihnen ist ein Rückgang von 27% zu erkennen. Auch aus den Niederlanden, der Schweiz, der Ukraine, Kasachstan, Belgien, Norwegen, Dänemark, Österreich und dem Iran sind weniger Touristen nach Antalya gereist.

Wirtschaftliche Krise für Rückgang verantwortlich

Für Yusuf Hacısüleyman, Vorsitzender von AKTOB, ist dieser Rückgang verständlich. Der Rückgang habe nichts mit der touristischen Infrastruktur oder mit mangelnden Werbekampagnen zu tun, sondern mit der wirtschaftlichen Krise in Russland. Die Krise könne auch im kommenden Jahr andauern. Das hatte zuletzt auch Vladimir Putin betont. Hacısüleyman sagte, dass man sich bereits jetzt darauf einstellen und nach Lösungen suchen müsse.

Knapp 120.000 mehr Deutsche

Im Gegenzug hierzu entschieden sich aber in der ersten Hälfte des Jahres 11% mehr Deutsche für einen Urlaub in Antalya als im Jahr zuvor. So besuchten insgesamt 1,2 Millionen deutsche Touristen die Region Antalya. Ebenfalls ein leichtes Plus war bei Touristen aus Polen, Großbritannien, Finnland, Slowakei, Rumänien und Ungarn zu verzeichnen.

Dennoch mussten immer mehr Hoteliers in diesem Jahr Kredite aufnehmen, um die ausbleibenden Einnahmen durch Touristen zu kompensieren. Laut der Föderation der Hoteliers TÜROFED (Türkiye Otelciler Federasyonu) gab es im Mai unter Tourismusunternehmern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg von 35 Prozent, was Kreditanträge angeht.

TÜROFED bittet die Regierung daher um Hilfen. So seien zinsgünstige Darlehen sowie vergünstigte Energie eine Option, um die Branche zu entlasten. „Dieser Sektor ist einer, den die Türkei selbst ausgebaut hat. Man sollte ihn nicht verlieren“, sagt der Vorsitzende des Verbandes, Osman Ayık.