Türkei: Dritte Bosporus-Brücke eine lukrative Investition

Ibrahim Çeçen, Geschäftsführer der IÇTAS-Unternehmensgruppe und Erbauer der dritten Bosporus-Brücke (r.), sprach am Wochenende auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Yavuz-Sultan-Selim-Brücke von den wirtschaftlichen Vorteilen, die das Infrastrukturprojekt mit sich bringen wird.

Der Geschäftsführer geht von mindestens 135.000 Fahrzeugen aus, die die neue Brücke monatlich überqueren werden. „Wir rechnen mit einer Maut-Gebühr, die nicht höher als 3 US-Dollar werden soll. Überqueren aber monatlich mehr Fahrzeuge die Brücke, dann wird die Gebühr natürlich abgesenkt.“ Des Weiteren werden Fußgängerwege und Aussichtsplattformen in die Brücke integriert werden. Auf der Konferenz wurden wichtige bautechnische Details zur Brücke bekannt gegeben.

Die Brücke soll zwar offiziell in drei Jahren fertiggestellt werden. Den Wunsch, das Bauprojekt schneller zu beenden, erklärt der Geschäftsführer Çeçen aber unter Hinweis auf einen wirtschaftlichen Anreiz der besonderen Art: „Wir werden unser Bestes geben, die Brücke so früh wie möglich zu errichten. Für jeden Monat, den wir früher als geplant fertig werden, werden wir mit 50 Millionen Dollar von der Regierung belohnt.“ Çeçen richtet seinen Optimismus an Premierminister Erdoğan, der seine Bauträger, während der Einweihungszeremonie am 29. Mai bat, den Bau möglichst bereits zwei Jahren fertigzustellen.

Trotz italienischer Hilfe: „Yavuz-Sultan-Selim-Brücke“ soll türkisch sein

Überdies hielt Geschäftsführer Çeçen den Bau einer Café- und Restaurant-Meile beiderseits an den Füßen der Brücke für gut möglich. Die Eigenschaften und Spezifikationen der Brücke sollen den Angaben nach weltweit ihresgleichen suchen. Die Bosporus-Brücke wird den individuellen Anforderungen der Region entsprechen und sich perfekt ins Stadtbild Istanbuls schmiegen. Und trotzdem wird die Brücke modernsten Sicherheitsansprüchen gerecht werden. Sie soll einem Erdbeben der Stärke 9 standhalten können. Außerdem soll die Brücke ökologischen Standards entsprechen und die Umwelt, die Tierwelt und die Pflanzenwelt schützen und schonen.

Obwohl die IÇTAS-Unternehmensgruppe das Brückenprojekt gemeinsam mit dem italienischen Konzern Astaldi baut, wird der Großteil der Ingenieursarbeit von türkischer Hand erfolgen. Der Bau der „Yavuz-Sultan-Selim-Brücke“ (Aleviten sind mit der Namensgebung nicht einverstanden) soll ein türkisches Projekt mit türkischem Know-How werden. Logistische Hilfe soll von den Italienern kommen.

„Die Brücke wird für motorisierte Fahrzeuge achtspurig sein, vier Spuren in jede Richtung. Zwei Eisenbahnspuren werden in der Mitte der Brücke angelegt sein“, erklärt Çeçen.

Sieben Finanzinstitute an der Finanzierung beteiligt

Die Finanzierung des Baus wurde von sieben türkischen Finanzinstituten übernommen. Der Gesamtkredit soll bei 2,3 Milliarden US-Dollar liegen und eine Kreditlaufzeit von 9 bis 9,5 Jahren aufweisen. Die Kreditgeber waren: Akbank, Ziraat Bankası, Vakıfbank, Halkbank, Yapı Kredi, İş Bankası and Garanti Bank. Die genannten Institute werden zu gleichen Anteilen an der Finanzierung beteiligt sein.