Die Zahl der zur behandelnden Drogenabhängigen in der Türkei ist in den letzten sechs Jahren um das Siebenfache gestiegen. Dies geht aus Informationen des türkischen Gesundheitsministers, Mehmet Müezzinoğlu hervor, der von einem rasanten Anstieg der Fälle ausgeht.

Müezzinoğlu hatte auf Grund einer parlamentarischen Anfrage zur Bekämpfung von Drogenabhängigkeit die aktuellen Zahlen veröffentlicht. Demnach wurden 2007 nur 38 061 Personen in der Türkei wegen Drogenabhängigkeit behandelt, innerhalb von sechs Jahren, nämlich bis 2013, sei dieser Wert auf 258 441 Abhängige angewachsen.

Ein Fünftel der Drogenabhängigen sind Kinder

Zum Zwecke der Behandlung von Drogenabhängigen führt die Türkei 33 Behandlungszentren. Von diesen 33 werden 21 vom türkischen Staat geleitet und die anderen 12 entweder von Universitäten oder vom privaten Sektor betreut.

2014 wurden in der Türkei 276 000 Personen aufgrund Drogenkonsums festgenommen. 50 000 davon waren Kinder. 40 000 der festgenommen Kinder leben in Istanbul. Auch 53 200 von insgesamt 152 000 Inhaftierten wurden wegen Drogenkonsum oder Verbreitung von Drogen verurteilt.

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Wichtige Drogenroute vor allem für den Iran

Auch die Zahl der Drogenbeschlagnahmungen in der Türkei ist stetig angestiegen. Waren es noch im Jahr 2009 dem UN-Drogenbericht zufolge 2000 Konfiszierungsakte bezüglich Heroins, ist die Zahl bis 2014 um das Doppelte angestiegen. Im Vergleich dazu ist ein entgegengesetzter Trend in Südosteuropa zu bemerken. Gab es 2009 in Südosteuropa 6000 Fälle der Beschlagnahmung von Heroin, ist diese Zahl bis 2012 auf 2500 zurückgegangen.

Die Türkei dient also weiterhin als wichtige Transitroute für den Drogentransport. Diese Route wird hauptsächlich von iranischen Schmugglern genutzt. 46 Prozent des Drogentransits in der Türkei übernehmen Iraner, in 25 Prozent der Fälle werden Bulgaren, in 15 Prozent Nigerianer und in weiteren 15 Prozent Albaner als Drogenkuriere tätig, so die Statistiken der Sicherheitsbehörden.