In der Türkei haben Intellektuelle die Freilassung des Journalisten Mehmet Baransu gefordert. Eine Initiative namens Ankara Düşünce Özgürlük Girişimi (Initiative zur Gedankenfreiheit Ankara) veröffentlichte eine Unterschriftenliste mit der Aufforderung, Mehmet Baransu unverzüglich freizulassen und ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

In der Aufforderung heißt es: „Mehmet Baransu sollte nicht mehr gefoltert werden. Als die AKP-Regierung gegen die Vormundschaft der Militärs kämpfte, hat die Staatsanwaltschaft aufgrund der von Baransu übermittelten Dokumente die Ergenekon-Ermittlungen aufgenommen. Nun hat die AKP-Regierung allen den Kampf angesagt und sich dabei an die Militärs angelehnt.”

In der Erklärung heißt es weiter: „Während diejenigen in der Türkei sich frei bewegen können, die in Schuhkartons Geld gehortet und Waffen an die IS geschickt haben, befindet sich Mehmet Baransu, der sich nur Journalismus hat zuschulden kommen lassen, in Haft.“

Seit 110 Tagen in Einzelhaft

Baransu wird seit dem 2. März 2015 im Gefängnis von Silivri, einem Vorort von Istanbul, in Einzelhaft gehalten. Seit 110 Tagen hat er keinen Freigang, kann keinen Sport treiben. Nur seine Frau hat die Möglichkeit, mit ihm zu sprechen. Auch sie werde dabei, so heißt es in der Erklärung, mit vielen Schikanen konfrontiert. Baransu wird vorgeworfen, Dokumente, die die Sicherheit des Staates betreffen, gestohlen, erlangt, mit List erworben, zerstört und unzweckmäßig genutzt zu haben. Ferner wird er für das Verschwinden von 118 Dokumenten im Generalstab in Ankara verantwortlich gemacht.

Die Erklärung haben folgende Personen unterschrieben:

Ahmet İnsel, Ahmet İsvan, Akın Birdal, Baskın Oran, Erdal Doğan, Fikret Başkaya, İsmail Beşikçi, Mihail Vasiliadis, Şanar Yurdatapan, Temel İskit, Ufuk Uras, Ragıp Zarakolu, Zeynep Tanbay, Hicri İzgören, Alev Er, Ferdan Ergut, Koray Düzgören, Ercan İpekçi und Necati Abay.