Die Türkei hat mit Wirkung vom heutigen Tag den Dienstbetrieb ihrer Botschaft im Jemen eingestellt und alle Diplomaten, unter ihnen auch Botschafter Fazlı Çorman, evakuiert. Grund dafür ist die sich immer mehr verschlechternde Lage in der Hauptstadt Sanaa infolge der anhaltenden Kämpfe zwischen schiitischen Milizen und sunnitischen Gruppen.

„Nachdem wir notwendige Veranlassungen zu Gunsten unserer Staatsbürger im Jemen getroffen haben, hat unsere Botschaft in Sanaa vorübergehend ihren Dienst eingestellt“, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums. Die Botschaft will ihre Arbeit wieder aufnehmen, sobald öffentliche Ordnung und Sicherheit wiederhergestellt seien und es wieder eine legitime staatliche Autorität gäbe, die auf nationalem Dialog und Konsens beruhe.

Die Botschaft schloss, nachdem sie es geschafft hatte, die sichere Heimreise der noch im Jemen aufhältigen türkischen Staatsangehörigen zu koordinieren. Auch zahlreiche westliche Staaten, darunter die USA, Frankreich, Großbritannien und Saudi-Arabien, haben ihre diplomatischen Einrichtungen geschlossen, nachdem sich die innenpolitische Situation zugespitzt hatte. Auch Deutschland, Italien und die Niederlande haben auf Grund von Sicherheitsbedenken die diplomatischen Vertretungen geschlossen und die Mitarbeiter ausgeflogen.

Huthi lösen Parlament des Jemen auf

Am 14. Februar gab das türkische Außenministerium zudem eine neue Reisewarnung für türkische Staatsangehörige heraus, in denen diese zum sofortigen Verlassen des Jemen aufgefordert wurden. Hunderte von ihnen hatten bereits zuvor im Rahmen von planmäßigen Turkish-Airlines-Flügen das im Chaos versinkende Land am Arabischen Meer verlassen.

Auch Spanien schloss temporär seine Botschaft „im Lichte der jüngsten Situation der Unsicherheit und Instabilität in Sanaa“. Die Botschaft forderte alle spanischen Staatsangehörigen auf, das Land zu verlassen.

Die schiitischen Huthi-Milizen, deren Logo die nur bedingt Vertrauen erweckenden Slogans „Tod den USA!“, „Tod Israel!“ und „Verdammt seien die Juden!“ enthält, und die sich im Bürgerkrieg gegen vorwiegend al-Qaida-nahe sunnitische Einheiten befinden, betonten, es gäbe keinen Anlass für westliche Mächte, ihre diplomatischen Vertretungen zu schließen. In der von ihnen eingenommenen Hauptstadt herrsche eine solide Sicherheitssituation.

Auch Teheran kritisierte die „übereilte Aktion“ der Botschaftsschließungen, da – so hieß es in einer Erklärung – die Huthis nur „gegen Korruption und Terrorismus“ kämpfen würden. Anfang Februar lösten Huthi-Rebellen das Parlament des Jemen auf und teilten mit, dass ihr „Revolutionskomitee“ die Regierungsgeschäfte übernommen habe.