ARCHIV - Spieler von Fußball-Bundesligist Hertha BSC laufen am 08.01.2012 über den Trainingsplatz des

Die angespannte Stimmung zwischen Russland und der Türkei hat auch Folgen für den Tourismus – und den Sport.

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkische Luftwaffe haben russische Fußball-Mannschaften damit begonnen, ihre Wintertrainingslager im türkischen Antalya abzusagen. Etwa die Hälfte aller Teams, die zum Trainingslager an die türkische Mittelmeerküste kommen, stammt aus Russland. Hotel- und Sportanlagenbetreiber rechneten mit großen Verlusten, berichtet „T24“.

Die Region ist einer der Hotspots im Winter und sehr gefragt bei europäischen Fußball-Teams. 2013 brachten rund 1.300 Teams 50 Millionen Euro, 2014 wurden sogar ca. 2.500 Trainingslager registriert, die 100 Millionen Euro in die Kassen spülten. Besonders beliebt sind die Anlagen in Belek, Kemer, Manavgat und Alanya.

Der Vorsitzende des Sporttourimus-Verbands Antalya, Ferit Turgut, erklärte gegenüber T24, dass man bis Dienstag von einem Wachstum für das Jahr 2015 ausgegangen sei. Doch die Prognosen müssen wohl nun korrigiert werden: „Seit Dienstag erreichen uns Meldungen, dass Teams ihre Reservierungen stornieren. Wir rechnen nach dem Vorfall mit Verlusten um die 70 Prozent.“

Top-Reiseziele der Russen brechen weg

Auch Natalie Tours, eine der größten Reiseagenturen Russlands, hatte am Dienstag auf Empfehlung der russischen Fremdenverkehrsbehörde erklärt, ihre Angebote für die Türkei vorübergehend auszusetzen. Anschließend hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow vor Reisen in die Türkei gewarnt. Lawrow selbst hatte einen für Mittwoch geplanten Besuch in Istanbul abgesagt. Nach dem Absturz einer russischen Maschine über Ägypten vor etwa einem Monat waren noch bis zu 30 Prozent der Ägypten-Reisenden noch bereit, ihren Urlaub kurzfristig in die Türkei zu verlegen.

2014 kamen nach Angaben der türkischen Tourismusbehörden etwa 4 Millionen Touristen aus Russland in die Türkei. Mehr kamen nur aus Deutschland.

Halten die Spannungen zwischen beiden Ländern an, würden, so jedenfalls die bisherigen Anzeichen, beide Länder Schaden davon tragen.