Die Türkei hat überraschend einen vor über zwei Jahren besiegelten Milliardendeal mit China gekündigt.

Das Riesenreich sollte für die Türkei ein Raketenabwehrsystem liefern. Im Vorfeld des G20-Gipfels in Antalya hat Ankara das Vorhaben aber gekündigt und damit offenbar dem Druck der Nato nachgegeben. Bereits in einem Bericht vom 10. August 2014 hatte die türkische Zeitung „Zaman“ berichtet, dass Ankara ernsthaft überlege, den Vertrag mit der chinesischen Waffenschmiede zu kündigen.

Die Türkei hatte sich nach einer Ausschreibung bereits im September 2013 für das chinesische Sytem FD-2000 entschieden. Die Mitkonkurrenten waren damals das Patriot-Sytem aus den USA, das russische S-400 System und das französisch-italienische Eurosam Samp-T- System.

Der größte Kritiker dieses Deals waren die USA. Der Hersteller des Raketenabwehr-Systems CPMIEC beliefert auch den Iran mit Waffen. Zudem wäre das chinesische Modell nicht mit den Nato-Abwehrsystemen kompatibel, was die Verteidigung der Mitgliedsstaaten angreifbar machen könnte.

Derzeit wird der türkische Luftraum von einer spanischen Patriot-Batterie in Adana vor einem möglichen Raketenangriff aus Syrien verteidigt. Deutschland und die USA hatten ihre Raketen bereits zuvor abgezogen.

Offiziell ließ das Amt des Ministerpräsidenten mitteilen, dass die Türkei den Vertrag gekündigt habe, weil sie künftig ein eigenes, nationales Raketenabwehrsystem entwickeln wolle.