Die Terrororganisation PKK hat sich zum Mord an zwei Polizisten in der südtürkischen Provinz Şanlıurfa bekannt. Bei der Tat handele es sich um eine Vergeltung für den Anschlag im nahe gelegenen Suruç, hieß es in einer Erklärung des militärischen Arms der PKK (HPG). Die Terroristen unterstellten in ihrer Mitteilung den getöteten Polizisten eine Zusammenarbeit mit der Terrormiliz IS. Die beiden Beamten waren am Mittwoch im Bezirk Ceylanpinar nahe der türkischen Grenze tot in einem Haus aufgefunden worden. Sie waren erschossen worden.

Angeblich lebte in dem Haus auch ein dritter Polizist, der bislang allerdings nicht ermittelt werden konnte. Der Gouverneur von Urfa hatte am Vormittag mitgeteilt, dass es keine Einbruchsspuren an der Wohnungstür gebe.

Attentäter von Suruç wurde seit einem halben Jahr vermisst

Am Montag waren bei einem Attentat in Suruç 32 Menschen getötet und rund Hundert weitere verletzt worden. Nach Angaben der Regierung deuten erste Erkenntnisse auf einen IS-Selbstmordattentäter hin. Der IS beherrscht in den türkischen Nachbarländern Irak und Syrien große Gebiete und kontrolliert auch Teile der Grenze zur Türkei. Zuletzt verlor der IS Territorium in Syrien an die kurdischen Volkschutzeinheiten (YPG), die der PKK nahe stehen.

Es steht auch mittlerweile fest, wer den Anschlag in Suruç verübt hat. Es soll sich bei dem Täter um einen 20-Jährigen aus Adıyaman handeln. Seine Eltern meldeten sich zu Wort und gaben an, dass er seit sechs Monaten gemeinsam mit seinem älteren Bruder vermisst werde. Die Behörden vermuten, dass die beiden sich in dieser Zeit dem IS angeschlossen haben.

31 der 32 Toten wurden bereits identifiziert, bei der 32. Leiche handelt es sich um einen Mann, teilten die Behörden mit.