Die Interimsregierung unter Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu hat das britische Anwaltsbüro Amsterdam & LLP Partners beauftragt, um die Hizmet-Bewegung im Ausland zu bekämpfen und in Afrika die Schließung der türkischen Schulen zu erwirken. Dies bestätigte Robert Amsterdam, Gründer des Anwaltsbüros, in einer Pressekonferenz gestern in Washington DC: „Ja, wir wurden von der türkischen Regierung beauftragt.“

Amsterdam bezeichnete auch die Korruptionsermittlungen vom 17. und 25. Dezember 2013 als einen Putschversuch gegen die Regierung und sagte in Richtung Hizmet-Bewegung, die von Fethullah Gülen inspiriert ist: „Die Gülen-Bewegung sollte eine Partei gründen, wenn sie Politik machen will.“ Die Frage, für welches Honorar die Anwaltskanzlei für die AKP-Regierung arbeite, ließ Amsterdam unbeantwortet.

Erdoğan hat die Bekämpfung der Bewegung zur Chefsache erklärt

Das Twitter-Phänomen Fuat Avni, dessen Vorhersagen in den letzten zwei Jahren regelmäßig eintraten, hatte vor einer Woche getwittert, dass die AKP-Regierung ein ausländisches Anwaltsbüro beauftragt habe, um Lobbyarbeit gegen die Hizmet-Bewegung zu betreiben mit dem Ziel, die Schließung der Hizmet-nahen Schulen in Afrika zu erwirken.

Erdoğan hat die Bekämpfung der muslimischen Bewegung seit den Korruptionsvorwürfen gegen ihn und sein Umfeld zur Chefsache erklärt. Die um den muslimischen Prediger Fethullah Gülen entstandene Bewegung ist neben der Türkei in mehr als 150 Ländern in den Bereichen Bildung und Dialog aktiv. Sie lehnt die Instrumentalisierung des Islams für politische Ziele ab und ist parteipolitisch nicht aktiv. Die auflagenstärkste türkische Tageszeitung Zaman und andere Medien, die aus der Bewegung entstanden sind, fordern die Aufklärung der Korruptionsvorwürfe und wehren sich gegen den zunehmend antidemokratischen Regierungsstil der AKP.