Die Türkei steuert auf Neuwahlen zu. Diese könnten zwischen November und März des nächsten Jahres stattfinden, frühestens am 22. November. Während die Politiker sich Machtspielchen leisten, sind Neuwahlen auch ein Kostenfaktor für die Türkei.

Denn Neuwahlen bedeuten neue Ausgaben für den Staat. Kommt es tatsächlich dazu, worauf alle Anzeichen nach den gescheiterten Verhandlungen gestern hindeuten, würde der türkische Staat den Parteien 354 Millionen Türkische Lira  als Wahlkampfhilfe auszahlen.

Die tatsächlichen Ausgaben für den Staat, die Parteien und die Kandidaten würden sich auf zwei Milliarden TL belaufen, schätzen Experten. Diese Summe entspräche über 630 Millionen Euro.

Doch mehr als das Geld werden wohl die Nerven eine Rolle spielen. Nach den Kommunalwahlen im März 2014, den Präsidentschaftswahlen im August 2014 und den Parlamentswahlen vor drei Monaten wären Neuwahlen die vierte Wahlrunde innerhalb von weniger als zwei Jahren. Es bleibt abzuwarten, wie der türkische Wähler so viel Politik, Wahlkampf und Anspannung verkraftet.