Während die türkische Regierung und die Streitkräfte die in der Nacht zum Sonntag durchgeführte Operation in Syrien als „Erfolg“ darstellen, gibt es auch durchaus kritische Stimmen, die von Stunde zu Stunde mehr werden.

Ertuğrul Günay, parteiloser Abgeordneter aus Izmir, erklärte, es könne viel gesagt und geschrieben werden, doch werde er sich mit den Worten „Wenn unsere osmanischen Vorfahren das mitbekommen könnten, würden sie sich im Grab umdrehen“ begnügen.

Andere beklagten, man habe kampflos türkisches Hoheitsgebiet aufgegeben. Hakan Şükür, ebenfalls parteiloser Abgeordneter aus Istanbul, twitterte: „Ich bin froh, dass unsere Soldaten in Sicherheit sind. Aber das man ein Grab in die Luft sprengt und Gebietsverlust als Erfolg darstellt, kann ich nicht akzeptieren.“

Türkische Streitkräfte hatten in der Nacht die Wachmannschaft eines osmanischen Grabes aus Syrien in Sicherheit gebracht. Der Einsatz („Şah Fırat“-Operation) sei „erfolgreich“ verlaufen, teilte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu auf Twitter mit. Auch Präsident Recep Tayyip Erdoğan zeigte sich zufrieden über die Operation.

Nach Angaben der türkischen Streitkräfte ist ein Soldat bei einem Unfall während der Evakuierung ums Leben gekommen. Es habe keine Gefechte mit der Terrormiliz IS gegeben.

Das Grab von Süleyman Şah, dem Großvater des Gründers des Osmanischen Reiches, liegt in einer von der IS belagerten syrischen Exklave. Die Türkei betrachtet das Gelände um das Mausoleum als ihr Hoheitsgebiet. Das Mausoleum sei nach dem Einsatz in die Luft gesprengt worden. Sowohl Davutoğlu als auch Erdoğan haben in der Vergangenheit stets betont, besonderen Wert auf die osmanische Geschichte zu legen und Elemente in ihre Politik einfließen lassen zu wollen.