In der Türkei leben mittlerweile über zwei Millionen syrische Flüchtlinge. Viele von ihnen unter schwierigsten Verhältnissen, manche versuchen sich nach Griechenland abzusetzen und nach Europa zu kommen. Zahlreiche Meldungen gab es, in denen der Name von syrischen Flüchtlingen im Zusammenhang mit tragischen bis negativen Vorfällen fiel.

Es gibt aber auch Erfolgsgeschichten. Eine davon ist die Geschichte von Humam al-Hassan. Humam ist 14 Jahre alt und lebt zusammen mit seiner Mutter Doaa und seinem dreijährigen Bruder in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in der Kreisstadt Şahinbey in der Provinz Gaziantep im Südosten der Türkei. Sie sind vor drei Jahren in die Türkei gekommen.

Sie haben zu Hause nicht mal eine Couch zum Sitzen. Aber die Familie schlägt nicht hoffnungslos ihre Zeit tot. Dabei geht Humam mit gutem Beispiel voran.

Vor etwa zweieinhalb Jahren habe er in Internetcafes begonnen, sich in Kurse einzuschreiben und zu lernen, wie man Computerprogramme schreibt, berichtet er. Um im Internetcafe nicht allzu viel zahlen zu müssen, habe er die Formeln zu Hause auf eine Tafel geschrieben und dann im Internetcafe auf den Computer übertragen.

Mutter: „Anfangs war ich besorgt“

Mittlerweile sind die Medien auf seinen Fall aufmerksam geworden. Als sie über Humam berichten, wird ein Syrischstämmiger in den USA hellhörig und schenkt dem Jungen einen Computer. Mittlerweile kann Humam eigenen Angaben zufolge bereits 20 unterschiedliche Computerprogramme nutzen. Humam, der zugleich seine Türkisch-Kenntnisse von Tag zu Tag verbessert, träumt davon, eines Tages eine große Computerfirma zu gründen.

Seine Mutter Doaa zeigt sich sehr dankbar: „Anfangs war ich besorgt, da er so viel Zeit im Internetcafe verbrachte. Ich kam dann einige Male mit und sah, dass er sich nicht mal in Chatforen aufhielt oder spielte. Wie danken demjenigen, der meinem Sohn dieses tolle Geschenk gemacht hat. Ich hoffe, Humam wird eines Tages ein großer Mann werden. Wie werden diese Hilfen nicht vergessen. Man hat uns in der Türkei sehr geholfen. Die Hilfen, die wir in unserer Heimat nicht hatten, haben wir hier erhalten.“

Der Ehemann werde seit einem Jahr in Deutschland behandelt und solle demnächst operiert werden. Doaa wünscht, dass ihr Mann Genesung findet und bald zur Familie zurückkehrt.