„Türkei und Israel würden von Wiederannäherung profitieren”

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat sich für einen Wiederaufbau der Beziehungen zwischen Israel und der Türkei ausgesprochen. Beide frühere Verbündete würden von einem solchen Schritt profitieren. Dies sagte Netanyahu im Rahmen einer Pressekonferenz mit ausländischen Medien aus Anlass des jüdischen religiösen Lichterfestes (Chanukka) am Montag. Er betonte, solide Beziehungen zwischen der Türkei und Israel würden beiden Seiten Nutzen bringen.

Netanyahu betonte insbesondere, beide Länder wären in der gleichen Weise durch die ungelösten Konflikte des Nahen Ostens bedroht. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, die Türkei und Israel könnten die Folgewirkungen dieser Konflikte durch Zusammenarbeit in den Griff bekommen.

Die früher gefestigten Beziehungen zwischen beiden Ländern hatten 2008 begonnen, sich zu verschlechtern. Während Friedensverhandlungen zwischen Syrien und Israel unter Vermittlung durch die Türkei im Gange waren, führte Israel eine überraschende und schwere Offensive gegen den Gazastreifen durch. Syrien und Türkei fühlten sich dadurch hintergangen und brachen die Verhandlungen ab. Im Jahre 2009 kam es auf dem Weltwirtschaftstreffen in Davos zum Eklat, als Ministerpräsident Erdoğan Israels Präsident Shimon Peres wegen der Angriffe auf Gaza scharf angriff und den Gipfel verließ.

Das endgültige Ende der diplomatischen Beziehungen kam 2010 nach der Erstürmung des Flottenschiffes „Mavi Marmara” durch israelische Sicherheitskräfte.

Netanyahu: „2013 wird der Iran die Bombe haben”

Netanyahu brachte wiederholt Israels Sorge über die nukleare Bedrohung durch den Iran zum Ausdruck. Er sei überzeugt davon, dass die iranische Regierung ihrem Ziel, jene Produktionsphasen abzuschließen, die erforderlich wären, um eine funktionsfähige Atombombe herzustellen, näher als je zuvor wäre.

Der israelische Ministerpräsident unterstrich die Notwendigkeit, im kommenden Jahr etwas gegen die nuklearen Ambitionen des Iran zu unternehmen, da davon auszugehen wäre, dass das Land den erforderlichen Anreicherungsprozess für waffenfähiges Uran spätestens im Frühjahr oder Sommer 2013 abgeschlossen haben werde.

Mit Blick auf die bereits in Kraft getretenen Wirtschaftssanktionen gegen Teheran, die das Ziel verfolgen, den Iran an der Weiterführung seines umstrittenen Atomprogramms zu hindern, sprach Netanyahu davon, dass diese ohne Zweifel schweren Schaden für die iranische Wirtschaft nach sich ziehen würden. Es gäbe aber immer noch keinen Beweis dafür, dass die Sanktionen das iranische Atomprogramm wirklich erfolgreich unterbinden würden.