Türkei warnt Zypern vor Ausverkauf des zyprischen Erdgas

Istanbul – Die Türkei sei entschlossen, die eigenen Rechte und die Interessen der türkischen Zyprer auf der geteilten Insel zu schützen, teilte das türkische Außenministerium am Samstag in der Hauptstadt Ankara mit.

Die Idee der griechischen Zyprer, Werte aus Bodenschätzen der Insel in einen Rettungsfonds einzubringen, „ignoriert grundlegende Rechte der türkischen Zyprer, die Mitbesitzer der Insel sind“, warnte das Ministerium. Die Überlegungen seien Ausdruck einer gefährlichen Illusion, alleiniger Besitzer der Insel zu sein, was zu einer neuen Krise in der Region führen könne.

Ankara forderte, die Gespräche über die gemeinsame Zukunft der beiden Volksgruppen auf der Insel mit einem neuen Geist zu erfüllen und umgehend neu zu beginnen.

Im Norden Zyperns gibt es seit einer türkischen Militärintervention 1974 die international nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Im Süden liegt die Republik Zypern, die aber die ganze Insel international vertritt und auch Mitglied der EU ist.

2011 waren Erdgasvorkommen unter dem Meeresboden südlich von Zypern entdeckt worden. Experten gehen davon aus, dass das Gas schon 2014 gewonnen werden könnte. Die scharfe Warnung Ankaras an Zypern, das Gas nicht eigenmächtig zu verkaufen, ist mit dem eigenen großen Energiebedarf der Türkei zu begründen.

Die Türkei muss derzeit einen Großteil ihres fossilen Öl- und Gasbedarfs importieren und ist somit stark von den Förderländern abhängig, was eine große wirtschaftsstrategigsche Schwäche des Landes darstellt. Anstrengungen, Vorkommen in türkischen Gewässern zu finden, waren bislang erfolglos. Das Gas um Zypern ist daher umso wichtiger für die Türkei. (dpa/dtj)