Türkei will weltweites türkisches Humankapital ins Land zurückholen

Der Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei, TÜBITAK, hat eine Bestandsaufnahme hinsichtlich türkischer High Potentials durchgeführt. Der Fokus lag dabei auf Wissenschaftler in international agierenden Konzernen und ausländischen renommierten Forschungsanstalten. Nihat Ergün (vorne, m.), Minister für Wissenschaft, Industrie und Technologie, erklärte gegenüber der Presse, dass man das enorme internationale Humankapital für sich gewinnen möchte.

„Viele exzellent ausgebildete Wissenschaftler mussten einst auf Grund von fehlenden institutionellen und politischen Strukturen die Türkei verlassen. Der Mangel an Forschungseinrichtungen führte zu einem Brain-Drain in alle Welt. Doch nun möchten wir das verlorene Potenzial wieder zurück in die Türkei holen“, so Ergün. Der Minister merkte weiter an, dass man bereits vor Jahren angefangen habe, den Kontakt zu den High Potentials herzustellen: „Die Türkei befindet sich in einem tiefen Wandel. Durch zahlreiche Investitionen ist es uns gelungen, eine attraktive Arbeits- und Forschungsumwelt für hochqualifizierte Wissenschaftler zu schaffen. Wir haben eigens für die Kommunikation mit den Wissenschaftlern ein Komitee aufgestellt. “

USA beliebtestes Auswanderungsziel, Kanada hinter Deutschland auf dem dritten Platz
Ein weiterer Vorteil für die High Potentials in der zukünftigen Zusammenarbeit, so Ergün, sei zudem die Möglichkeit, den bestehenden Arbeitsplatz behalten zu können: „Wir werden unsere Wissenschaftler in ihrer Forschungsarbeit im Ausland unterstützen und versuchen, Synergien in die Türkei zu übertragen. Des Weiteren sollen sie die Grundsteine für eine zukunftsorientierte Forschung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technologie legen.“ Ein weiteres Ziel sei das Networking unter den türkischen Wissenschaftlern, um den Wissenstransfer zu beschleunigen.

Die Betonung der Natur- und Technikwissenschaften begründet sich mit einem Blick auf die Verteilung der High Potentials in verschiedenen Professionen. Die Ingenieurswissenschaften liegen zusammen mit anderen Technologiezweigen wie der IT-Branche hinsichtlich des Potenzials weit vorne.

Dabei stellen die USA mit 652 registrierten High Potentials das bevorzugte Auswanderungsziel dar, gefolgt von Deutschland (145) und Kanada (101). Der Großteil der erfassten Wissenschaftler ist an Universitäten angestellt (76%). Mit einem Anteil von 12 Prozent sind wissenschaftliche Forschungseinrichtungen der zweitgrößte Arbeitgeber, dicht gefolgt vom privaten Sektor (10%).