Der türkische Außenminister Çavuşoğlu mit seinen Mitarbeitern.

Die Außenminister der Türkei und der Niederlande, Mevlüt Çavuşoğlu, und Bert Koenders, sprachen einem Bericht der Anadolu Nachrichtenagentur zufolge in einem Telefongespräch über Spannungen im Zusammenhang mit der Integrationspolitik gegenüber der türkischen Minderheit in den Niederlanden. Während Ankara sich über „aggressive und rassistische Politik“ gegenüber den Türken in den Niederlanden alarmiert zeigt und der niederländischen Regierung vorwirft, Türken als „Sympathisanten dschihadistischer Gruppen“ darzustellen, klagen die Niederlande über eine „Einmischung“ der Türkei in „eine demokratische Debatte im Land“.

Beide Minister sollen in dem Gespräch jedoch übereingekommen sein, dass „Integration nicht Assimilation“ bedeute und dass eine aufblühende türkische Gemeinde in den Niederlanden für beide Länder ein Gewinn sei. Zudem wollten beide Politiker frühestmöglich ein Gespräch über die bilateralen Beziehungen führen.

Das türkische Außenministerium hatte niederländischen Behörden „aggressive und rassistische Beschuldigungen“ vorgeworfen und vor einem Schaden für die wechselseitigen Beziehungen gewarnt, nachdem ein regierungsoffizieller Bericht etwa 80 Prozent der türkischstämmigen Jugendlichen in den Niederlanden vorgeworfen haben soll, Sympathien für dschihadistische Organisationen zu hegen.

Rechtsextreme fordern „Schließung aller Moscheen“ in den Niederlande

Der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Tanju Bilgiç, sprach von einem „fremdenfeindlichen“ Bericht der niederländischen Regierung über türkische Verbände. Die rechtsextreme „Partei für die Freiheit“ (PVV) provozierte daraufhin durch die Forderung nach einer „Schließung aller Moscheen in den Niederlanden“. Der stellvertretende Premierminister Lodewijk Asscher wies diese Forderung als „inakzeptabel“ zurück.

Bert Koenders, Außenminister der Niederlande.
Die Außenminister der Türkei und der Niederlande, Mevlüt Çavuşoğlu, und Bert Koenders, sprachen einem Bericht der Anadolu Nachrichtenagentur zufolge am Mittwochabend in einen Telefongespräch über Spannungen im Zusammenhang mit der Integrationspolitik gegenüber der türkischen Einwanderercommunity in den Niederlanden. (cihan)

Aber auch die sozialdemokratische „Partei der Arbeit“ (PvdA) hat den Argwohn Ankaras erregt, als sie zwei türkischstämmige Abgeordnete aus der Partei ausschloss. Diese hatten sich zuvor geweigert, die Kritik ihrer Partei an türkischen Organisationen mitzutragen, da sie „zu sehr auf die Betonung türkischer und islamischer Identität fokussiert“ seien.

Die ausgeschlossenen Parlamentarier sagten, sie sollten während einer Parteiveranstaltung einen Beschluss unterschreiben. In dem Beschluss der sozialdemokratischen Partei wurde eine stärkere Überwachung von vier türkischen Verbänden gefordert. Sie hätten sich jedoch unter Berufung auf ihr freies Mandat geweigert. Daraufhin habe man sie aus der Partei ausgeschlossen.