Am vergangenen Mittwoch (17. Dezember 2014) hat die Bundesanwaltschaft drei türkische Staatsbürger wegen des Verdachts der Spionage festnehmen lassen. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, soll es sich bei den Personen um den 58-jährigen Muhammed Taha G., den 58-jährigen Ahmet Duran Y. und den 33-jährigen Göksel G. Alle drei Personen besitzen die türkische Staatsangehörigkeit.

Beschuldigte sollen Türken und türkische Einrichtungen ausspioniert haben

Die Festnahme der Beschuldigten Muhammed Taha G. und Göksel G. erfolgte am Flughafen Frankfurt am Main. Ahmet Duran Y. wurde dagegen an seinem Wohnort in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Muhammed Taha G. soll die anderen Beschuldigten bei ihrer nachrichtendienstlichen Tätigkeit angeleitet haben. Sie sollen in seinem Auftrag Informationen über in der Bundesrepublik Deutschland lebende Landsleute und türkische Einrichtungen gesammelt haben. Welche Deutschtürken und Einrichtungen betroffen sein sollen, blieb zunächst offen.

Mutmaßliche Spione sitzen in Untersuchungshaft

Muhammed Taha G. wurde bei seiner Einreise auf dem Flughafen Frankfurt a. M. gemeinsam mit dem Beschuldigten Göksel G. festgenommen. Ahmet Duran Y. wurde dagegen an seinem Wohnort in Nordrhein-Westfalen verhaftet. Am Donnerstag hatte der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Untersuchungshaft für die Beschuldigten angeordnet. Die Ermittlungen werden unter der Leitung des Generalbundesanwalts durch das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz geführt.

Türkei „bat“ wegen BND-Spionage um Gespräch mit deutschen Offiziellen

Geheimdiensttätigkeiten soll es auch durch den deutschen Geheimdienst Bundesnachrichtendienst (BND) in der Türkei gegeben haben und auch weiterhin geben. Der deutscher Botschafter in Ankara, Eberhard Pohl, habe sich dazu mit einem Vertreter des türkischen Außenministeriums zusammengesetzt. Offiziell hieß es, dass die türkische Seite um das Gespräch gebeten und Aufklärung zu den deutschen Medienberichten verlangt habe. Das Nachrichtenmagazin Spiegel hatte unter anderem berichtet, die Türkei werde im aktuellen „Auftragsprofil“ der Bundesregierung aus dem Jahr 2009 als offizielles Aufklärungsziel geführt.