Die türkische Zentralbank TCMB (Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankası) hat dem Druck der Regierung nachgegeben und den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte von 7,75 auf 7,50 Prozent gesenkt. Experten waren sogar mit einer Senkung des Zinssatzes von einem ganzen Prozentpunkt ausgegangen. Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu begrüßte die Entscheidung der Währungshüter, schränkte aber ein: „Wir hätten eine höhere Senkung erwartet“. Zuletzt hatte die Landeswährung der Türkei, die Türkische Lira (TL), an Wert verloren. Die Zentralbank hat angekündigt, ihre Zinspolitik in Zukunft noch mehr an die Inflationsentwicklung zu koppeln.

Eigentlich ist die Zentralbank in der Türkei unabhängig. Dennoch hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan Anfang Februar die Währungshüter unter Druck gesetzt. „Die Logik ‚Wenn die Inflation dieses Niveau erreicht, werden wir die Zinsen auf dieses Niveau bringen‘ ist falsch. So eine Logik gibt es nicht. Wenn die Zinsen hoch gehalten werden, wird die Inflation auch hoch sein, wenn sie niedrig gehalten werden, bleibt die Inflation auch niedrig. Bei niedrigen Zinsen wird es Investitionen geben“.

Kritik an der Haltung des Staatspräsidenten kam vom früheren Zentralbankchef Durmuş Yılmaz. „Mit befristeten Zinsmaßnahmen können die langfristigen Investitionsprobleme des Landes nicht gelöst werden“, zitiert ihn BBC Türkçe. Erdoğan wehrte diese Kritik allerdings ab. Yılmaz solle sich lieber um seine eigenen Sachen kümmern.