Nach dem Bergwerkunglück in der Türkei sollen sich noch maximal 18 Bergleute in der Tiefe befinden. Diese Angabe basiere auf Unterlagen des Minenbetreibers und der Familien, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag den Energieminister Taner Yıldız. Die Sucharbeiten gingen weiter.

Die Katastrophe in der westtürkischen Stadt Soma ist mit mindestens 284 toten Arbeitern das schwerste Bergwerksunglück in der Geschichte der Türkei. Yıldız sagte, die Zahl der ums Leben gekommenen Arbeiter werde wohl nicht über 300 steigen. Die türkische Regierung wird kritisiert, weil sie schärfere Sicherheitskontrollen verhindert haben soll.

Bergwerk in Soma: Nur ein Schutzraum für 6500 Menschen

Nach Angaben der Betreibergesellschaft Soma Holding wurden bislang 450 Kumpel lebend gerettet. 80 Verletzte würden noch in Krankenhäusern behandelt. Laut Energieminister Yıldız waren zum Zeitpunkt der Katastrophe 787 Arbeiter in der Zeche.

Vor dem Hintergrund der schweren Vorwürfe wegen Sicherheitsmängel in der Zeche teilte die Soma Holding außerdem mit, die zuständigen Behörden überprüften das Bergwerk alle sechs Monate. Die letzte Kontrolle sei im März gewesen. Dabei seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Türkische Medien hatten zuvor berichtet, die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (Adalet ve Kalkınma Partisi; AKP) habe im vergangenen Monat Forderungen der Opposition zurückgewiesen, die Sicherheit an der Zeche zu überprüfen.

Die Nachrichtenagentur Doğan meldete, in der Zeche habe es nur einen einzigen kleinen Schutzraum für 6500 Menschen gegeben. Bergleute und Rettungskräfte sagten am Donnerstag in Soma, ihnen sei verboten worden, mit Journalisten zu sprechen. (dtj/dpa)