Der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım hat die Proteste in vielen US-Städten gegen den gewählten Präsidenten Donald Trump als „undemokratisch“ kritisiert. „Sich mit Gewalt auf den Straßen über das Wahlergebnis hinwegzusetzen, ist inakzeptabel“, sagte Yıldırım heute vor seiner Partei in Ankara. Derlei Proteste schädigten die Demokratie, fügte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hinzu. Unter den Protestierenden befinden sich auch viele Muslime und Afro-Amerikaner.

Sowohl Yıldırım als auch Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatten nach dem Wahlsieg in der letzten Woche mit Trump telefoniert. Türkischen Medienangaben zufolge habe Erdoğan Trump dabei eingeladen, die Türkei zu besuchen.

Das Verhältnis zwischen Ankara und Washington ist unter anderem durch den Syrien-Konflikt und den Streit um eine Auslieferung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen unterkühlt. Die türkische Regierung macht Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich. Die Türkei hofft nach der Wahl Trumps auf eine Verbesserung ihrer Beziehungen zu den USA – was sich jedoch aufgrund der Einstellung des gewählten US-Präsidenten zu Muslimen und syrischen Rebellen als schwierig erweisen könnte.

Die türkische Regierung ging wiederholt hart gegen Regierungskritiker und Demonstrationen vor. Internationale Beobachter werfen der Türkei vor, zunehmend Menschenrechte zu verletzen. Trump hatte hingegen Erdoğan für seinen Umgang mit dem Putschversuch gelobt. (dpa/dtj)