Tarik Akan

Er wirkte in 111 Filmen mit, engagierte sich neben der Schauspielkunst auch in der Politik. Die Rede ist von Tarık Akan, der am Freitagmorgen an Lungenkrebs starb. Der auch für sein gutes Aussehen bekannte Schauspieler erlangte internationale Anerkennung mit „Yol – Der Weg“, einem Film über Gefangene auf Hafturlaub nach dem Militärputsch in der Türkei 1980. Der Film gewann 1982 die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes. In der Türkei war „Yol“, der auch Einblicke in das Leben der Kurden gibt, lange auf dem Index.

Erste Bekanntheit erlangte Akan, der mit bürgerlichem Namen Tarık Tahsin Üregül hieß, mit Komödien und anderen Rollen in den 70ern. Besonders erfolgreich war die Reihe „Hababam Sınıfı“, in der er die Rolle von „Damat Ferit“ übernahm (Foto unten). Mit der Zeit wurden seine Streifen gesellschaftskritischer. Später arbeitete er auch als Regisseur und Produzent. Nach dem Putsch 1980 saß der aus einer Militärfamilie in Istanbul stammende Akan für zehn Wochen im Gefängnis. Verurteilt wurde der Linksaktivist wegen einer Rede, die er in Frankfurt gehalten hatte. In seiner 2002 verfassten Autobiografie mit dem Titel „Mutter, ich habe Läuse“, beschreibt er auch die Zeit hinter Gittern. In der Serie „Koçum benim – Mein Coach“ verkörperte der großgewachsene Akan (1,92 m) einen Basketballtrainer.

Erst vor wenigen Tagen hatte er seinen Fans auf Facebook mitgeteilt, dass es ihm gut gehe und die Behandlung seiner Krankheit normal verlaufe. Am Freitag konnte davon keine Rede mehr sein. Im Alter von 66 Jahren verstarb der dreifache Vater.

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