Batuhan Karıcı interessiert sich seit seiner Kindheit für den Computer. Das Gerät seines Vaters hatte es ihm angetan. Bereits mit neun Jahren hackte der Türke nach eigenen Angaben eine Internetseite für Kinder, die er damals oft besucht hatte. Er habe sich von der Werbung genervt gefühlt. „Ich habe mein Bild und meine MSN Messenger-Adresse mit der Werbung ausgetauscht. Plötzlich war mein Postfach überlastet. Schon damals wusste ich, dass ich Programmierer werden will“, so Karıcı.

Einladung von Twitter

Er studiert jetzt tatsächlich Informatik – und hat es bis in die Medien geschafft. Karıcı interessiert sich für Programmierschnittstellen wie Twitter API. Bei seiner Arbeit hat er Schwachstellen erkannt, sie mit einem Programm verbessert und seine Ergebnisse an Twitter geschickt.

Das sei nicht das erste Mal, dass er so etwas mache. Nur dieses Mal wurde er von Twitter zu einer Konferenz nach San Francisco eingeladen. „Ich habe einige fehlerhafte Algorithmen gefunden. Meinen Bericht habe ich an Twitter geschickt. Später habe ich auch Fehler bei Periscope entdeckt. Nach einiger Zeit bekam ich die Einladung von Twitter.“

Vom Schulabbruch bis zum Begabtenstipendium

Auch Cihan Nalbant hatte eine wechselhafte Kindheit. Nachdem sich seine Eltern getrennt hatten, lebte er bei seinen Großeltern. Dadurch konnte er die erste Klasse nicht besuchen und musste in den ersten Schuljahren mehrmals die Schule wechseln. Er selbst sei ein bestrebter Junge gewesen und habe um die Wichtigkeit der Schulbildung gewusst: „Das Lesen habe ich mir selbst beigebracht“.

Nach einem Hin und Her habe er schließlich die Schule ganz abgebrochen – und sich auf sein Hobby konzentriert: Aufs Programmieren und Hacken.

Nalbant hackte seine eigene Universität

Später habe er aber sein Abitur doch noch nachgeholt und sich für ein Begabtenstipendium der Universität Bahçeşehir beworben. Als Nalbant bei der Registrierung Schwierigkeiten hatte, ging er dem Problem auf den Grund und landete schließlich auf der Seite seiner Registrierungsdaten. Dies hielt er auf Video fest und schickte es an die Universität. Der Lohn: Ein Stipendium.

Es ist ein anderer Weg, den die beiden 22-jährigen Hacker gehen. Doch ein offensichtlich erfolgreicher, da sie ihre Fähigkeiten nutzen, um konstruktiv auf Fehler hinzuweisen.