Weiteres Zeichen der Entspannung zwischen Deutschland und der Türkei? Nicht ganz.

Nach rund vier Monaten Abwesenheit ist der türkische Botschafter Hüseyin Avni Karslıoğlu nach Berlin zurückgekehrt. Die türkische Regierung hatte ihn Anfang Juni aus Protest gegen die Völkermord-Resolution des Bundestages zu den Massakern an den Armeniern im Osmanischen Reich nach Ankara zurückgerufen.

„Ich freue mich, dass mein türkischer Freund und Kollege, Botschafter Karslıoğlu, nun nach Berlin zurückgekehrt ist, um sein Land in Deutschland erneut zu vertreten“, erklärte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Markus Ederer, am Freitag nach einem Treffen mit dem türkischen Diplomaten. Er verstehe Karslıoğlus Rückkehr „als einen wichtigen positiven Schritt in den bilateralen Beziehungen“, so Ederer.

Nach Informationen, die DTJ vorliegen, ist der Botschafter allerdings nur vorübergehend zurückgekehrt, um die Amtsübergabe an Ali Kemal Aydın zu organisieren. Dieser war Mitte Juni zum Nachfolger von Karslıoğlu bestimmt worden, hatte allerdings bislang noch nicht seinen Posten angetreten. Darüber hinaus plane Karslıoğlu aber auch, sich künftig privat in Deutschland niederzulassen. Der fast 60-Jährige steht kurz vor der Rente. (dpa/dtj)