Europa erlebt die größte Flüchtlingswelle seit dem Zweiten Weltkrieg. Nach einem Bericht des Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) sind in diesem Jahr (2015) über eine Million Flüchtlinge nach Europa gekommen. 2014 betrug ihre Zahl noch 216.000.

Die Großzahl der Flüchtlinge kam über die Türkei und setzte sich auf die griechische Insel Lesbos im Ägäis ab. Über die Türkei kamen insgesamt 844.000 Flüchtlinge. 150.000 Flüchtlinge dagegen kamen von Libyen aus über das Mittelmeer nach Italien.

Im Bericht der UNHCR ist zu lesen: „Zunehmend viele Flüchtlinge setzen sich mit Booten ins Meer ab, um nach Europa zu gelangen, die jedoch für die Überfahrt völlig ungeeignet sind. In ihrer Mehrzahl sind das Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Druck fliehen und internationalen Schutz bedürfen.“  Fast die Hälfte (49%) der Flüchtlinge sind Syrer, 21 Prozent Afghanen.

Nicht jede Überfahrt über das Mittelmeer oder die Ägäis glückt. So sind 2015 auch viele Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen. Ihre Zahl wird im Bericht mit 3.735 angegeben. Über ihr Schicksal erfährt die Öffentlichkeit nicht – es sei denn ein Fotoreporter ist zufällig in der Nähe und hält das Drama fest wie im Fall des im Ägäis ertrunkenen syrischen Jungen Aylan aus Kobane.