Die Türkei hat sich zu der Situation in Xinjiang, wonach die muslimische Minderheit der Uiguren dort durch die chinesische Führung unterdrückt wird, zu Wort gemeldet.

In der Erklärung des Außenministeriums hieß es, man habe die Meldungen „mit Enttäuschung“ aufgenommen und dies der chinesischen Botschaft in Ankara mitgeteilt. Die Meldungen seien „besorgniserregend“. Wie die New York Times berichtet, antwortete das chinesische Außenministerium auf diese Erklärung, dass man sie zur Kenntnis genommen habe und an guten Beziehungen zur Türkei interessiert sei.

Medienberichten zufolge hat sich die Lage in Xinjiang, dem historischen Ostturkestan, während des Ramadan dramatisch verschlechtert. Muslimen werde das Fasten und das Tragen von Bärten und Kopftüchern untersagt, Moscheen strengstens kontrolliert. Da China keine Journalisten in das Gebiet lässt, ist eine Einschätzung dieser Meldungen äußerst schwierig. Die Gesellschaft für bedrohte Völker geht davon aus, dass 2015 über 500 Uiguren zu Tode gekommen sind.

Solidaritätsbekundung und Hilfspakete gefordert

In der Türkei werden aus Solidarität für die Opfer Totengebete verrichtet. Auch in Deutschland ist die Situation der Uiguren ein Thema. Vielerorts, darunter in Mannheim, Darmstadt und Hamburg, finden am heutigen Freitag und am Wochenende Veranstaltungen und Demonstrationen statt. In Berlin demonstrieren Hunderte zur Stunde vor dem chinesischen Generalkonsulat am Märkischen Ufer.

Auch online melden sich Menschen zur Wort. Auf der Seite change.org wurde am Mittwoch eine Petition gestartet, die sich an das Bundeskanzleramt und das Auswärtige Amt richtet. „Wir wissen zwar, dass die Möglichkeiten der Bundesregierung begrenzt sind, dort direkt einzuschreiten, dennoch fordern wir eine Solidaritätsbekundung, mögliche Hilfspakete und klare offene Gespräche mit der Volksrepublik China sowie eine Stellungnahme des Auswärtigen Amtes über die Lage der Uiguren“, hieß es im Einleitungstext der Petition, die aktuell von knapp 1050 Personen unterzeichnet wurde.