Deutschland sucht eine Lösung um den Imam-Import zu stoppen

Uni Osnabrück unterstützt Einrichtung einer Imam-Ausbildung

Die hat das Anliegen der neuen Landesregierung begrüßt, eine in einzurichten. „Wir freuen uns sehr, dass dieses Thema jetzt wieder Rückenwind bekommen hat“, sagte Vizepräsidentin Martina Blasberg-Kuhnke am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Osnabrück. Anderslautende Medienberichte, nach denen die Hochschule keine Imam-Ausbildung wolle, wies Blasberg-Kuhnke zurück. Sie habe lediglich klarstellen wollen, dass die Ausbildung von Imamen nicht im Verantwortungsbereich der Universität liege.

Die neue niedersächsische Landesregierung hat das Thema in ihrem Koalitionsvertrag aufgegriffen. Dort heiße es wörtlich: „Aufbauend auf die seit 2010 bundesweit anerkannten Imam-Weiterbildungsangebote an der Universität Osnabrück soll dort eine grundständige Imam-Ausbildung eingerichtet werden.“

Die Formulierung sei missverständlich, stellte Blasberg-Kuhnke klar. An der Universität könnten angehende Imame zwar Theologie studieren, die sich anschließende Ausbildungsphase sei allerdings Sache der Religionsgemeinschaften – ähnlich wie die Ausbildung der Priester oder Pastoren in den beiden großen Kirchen. Entsprechende Gespräche mit den Islamverbänden liefen bereits. „Wenn wir diesen Prozess durch unsere Expertise mitgestalten können, dann tun wir das gerne“, so Blasberg-Kuhnke.

Es sei das Anliegen der Landesregierung, an die positiven Ansätze anzuknüpfen, die es an der Universität Osnabrück bereits gebe, teilte das niedersächsische Wissenschaftsministerium auf Anfrage mit. Über die Weiterentwicklung und nähere Ausgestaltung der Imam-Ausbildung werde die Landesregierung in den kommenden Monaten in den mit allen relevanten Ansprechpartnern eintreten.

Das Institut für Islamische Theologie (ITT) an der Universität Osnabrück war 2012 mit Hilfe öffentlicher Fördermittel eingerichtet worden und ist mit rund 400 Studenten das größte islamtheologische Institut Deutschlands. Aktuell werden dort unter anderem Lehramts- sowie Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Im Sommer sollen erstmals 20 bis 25 Absolventen ihren Master erlangen. Daneben gibt es seit einigen Jahren ein zertifiziertes Weiterbildungsprogramm für ehrenamtliche Imame und Seelsorger in den Moscheegemeinden. Das sei aber etwas völlig anderes als eine grundständige Imam-Ausbildung, betonte Blasberg-Kuhnke.

KNA/mal/jsw/joh