Ein Einkaufswagen mit Lebensmitteln wird am 04.05.2011 durch einen Edeka-Supermarkt in Hannover geschoben

In einer Konsumwelt wie unserer ist man an bestimmte Qualitätsstandards ebenso gewöhnt wie an ein Mindestmaß an Reichhaltigkeit. Unsere Regale sind überfüllt und gute Supermärkte unterscheidet man von den schlechteren, indem man auf die Nachfüllgeschwindigkeit der Regale blickt.

Trotz alledem spielen sich vor dem Hintergrund der gut gefüllten Regale erbitterte Kämpfe zwischen den großen Herstellern ab. Diese kämpfen um mehr Kunden und erfinden täglich neue Strategien, Produkte und Geschmacksrichtungen. Alle Produkte finden einen Abnehmer, und doch es gibt trotz der verwirrenden Vielfalt Kunden, die bei Bedarf auch die Lupe aus der Tasche holen und das Kleingedruckte lesen, um zu verifizieren, ob die Versprechen eingehalten werden, die seitens der Hersteller gemacht werden.

Die Menschen vertrauen den Informationen auf den Verpackungen. Die oft komplexen Bestimmungen dahinter stellen Richtlinien dar, die den Menschen in dem Dschungel der Supermärkte weiterhelfen. Doch was ist, wenn die Hersteller nicht immer ganz ehrlich sind? Genau das fragen sich auch Skeptiker, aber finden trotz großer Mühen oft keine Antwort.

Unsere Lebensmittel sind sicher

Foodwatch ist ein Verein, der seine Aktivisten als „Essensretter“ bezeichnet und sich nach eigenen Angaben unter anderem zum Ziel gesetzt hat, „legale Täuschung mit Gesundheitswerbung“ und ähnliche Umtriebe zu bekämpfen. Zwar betonen Experten wie der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, gegenüber der „Schweriner Volkszeitung“, dass aus wissenschaftlicher Sicht Lebensmittel in Deutschland noch nie so sicher wie heute gewesen seien.

Dennoch treten die so genannten „Essensretter“ mit zahlreichen Aktionen über angebliche oder tatsächliche Verbrauchertäuschung an die Öffentlichkeit. Auch bei der Enthüllung von Skandalen oder solchen, die dazu gemacht wurden, wie „EHEC“, „BSE und Tiermehl“, „Dioxine und PCB“ und „Pferdefleisch“ nützen Organisationen wie Foodwatch gezielt ihren kurzen Draht zu den Medien, um sich in Szene zu setzen.

Nicht nur Veganer stören sich an Zusatzstoffen

Kürzlich konnte Foodwatch auf diese Weise auch wieder einen Erfolg vermelden. So habe die Kampagne „versteckte Tiere kennzeichnen“ einen ihrer größten Erfolge gefeiert, als sie aufgedeckt habe, dass neben anderen Herstellern auch die Marke Valensina Fruchtsäfte mit tierischen Zusatzstoffen und Hilfsmitteln produzierte, aber dies nie deklarierte.

Dies betrachteten nicht nur Vegetarier und Veganer als untragbar, sondern beispielsweise auch Menschen, die auf Grund ihrer religiösen Speisegesetze alle oder auch nur bestimmte tierische Zusätze und Produkte zu vermeiden verpflichtet sind. Im Internet sammelte Foodwatch in kürzester Zeit ganze 85 172 Stimmen, um die Firma Valensina dahingehend zu bewegen, seit dem 1.1.2014 jegliche Säfte und Limonaden vegan und die Frühstücksnektare lediglich mit dem Zusatz von Blütenhonig vegetarisch zu produzieren.

Auf Anfrage erklärte Valensina-Pressesprecherin Simone Hanzschda, man würde seine Kunden und deren Bedürfnisse schätzen und habe nicht wirklich gewusst, dass es so große Empfindlichkeiten bezüglich dieses Themas gab. Foodwatch betrachtet dies als Erfolg und Bestätigung der eigenen Arbeit und als Errungenschaft im Interesse der Verbraucher.