Die Türkei lässt sich künftig durch einen Islamwissenschaftler als Botschafter beim Heiligen Stuhl vertreten. Mehmet Paçacı übergab Papst Franziskus am Montag sein Beglaubigungsschreiben, wie der Vatikan mitteilte. Zuletzt war der 65-Jährige in der Zentrale des türkischen Religionsamtes (Diyanet) für Außenbeziehungen zuständig.

Aktuell ist der Kontakt zwischen dem Vatikan und der Türkei besonders rege, da Papst Franziskus kommende Woche seinen dreitägigen Türkeibesuch antritt. Die Visite werde zum Weltfrieden beitragen, erklärte der neue Botschafter zu seinem Dienstantritt am Dienstag.

Paçacı studierte Islamische Theologie und Bibelwissenschaft in Ankara und lehrte dort von 1992 bis 2008 als Professor. Die folgenden drei Jahre beriet er als Mitglied der Diyanet die türkische Botschaft in religionspolitischen und sozialen Fragen.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Wissenschaftler hielt Paçacı 1998 Vorträge an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und am Päpstlichen Institut für Arabische und Islamische Studien. Ferner nahm er an einem Graduiertenkolleg in Bamberg teil und lehrte zeitweise als Gastdozent an der malaysischen Islamischen Universität in Kuala Lumpur. Paçacı ist verheiratet und hat drei Kinder.

Die Türkei und der Vatikan unterhalten seit 25. Januar 1960 diplomatische Beziehungen zueinander. (KNA/dtj)